Rezension »Sanni« von Stefanie Scheurich

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»Sanni«
von Stefanie Scheurich

Sternensand Verlag, Januar 2019
ISBN: 978-3-0389-6020-1
532 Seiten
Preis:  3,99€ eBook | 16,95€ Taschenbuch

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Klappentext

Was würdest du tun, wenn ein Mensch, den du liebst, einfach verschwindet?
Was würdest du riskieren, um ihn zurückzubekommen?

Die siebzehnjährige Susanna hat alles außer echten Problemen. Als Mitglied einer privilegierten Gesellschaft, die ihr perfektes Leben in einer Stadt hinter schützenden Mauern führt, gleicht ihr Dasein einem Hauptgewinn. Nur ist ihr gar nicht bewusst, wie viel Glück sie tatsächlich hat.
Nachdem ihr Bruder jedoch eines Tages spurlos verschwindet, setzt sie alles daran, ihn zu finden, und stößt dabei auf Wahrheiten, die ihr den Boden unter den Füßen wegreißen.

›Sanni‹ ist das Prequel zu ›Deceptive City‹ und die Antwort auf die Frage: Wer ist Susi wirklich?(Quelle: Sternensand Verlag)

Fazit

Zwei Seiten einer Medaille

»Sanni« ist das Prequel – übrigens unabhängig lesbar – von »Deceptive City. Zumindest am Rande treffen wir hier Mitchell wieder, aber eigentlich geht es um die Vergangenheit von Susi, die Leser*innen von »Deceptive City« schon kennen. Hier geht es aber nicht nur um die Susi, die die Geschichte von Thya und Mitchell prägt, sondern um ihre Vergangenheit und wie aus Sanni Susi wurde.
Aufgewachsen ist die Frau voller Geheimnisse nämlich in dem goldenen Teil der Stadt – dort, wie Kinder auf Bestellung kreiert werden und Unvollkommenheit nicht geduldet ist. Wir lernen ein -im Rahmen- rebellisches, 17 jähriges Mädchen kennen, dass ihre Lehreinheiten furchtbar findet,  ihre Eltern für deren Scheinheiligkeit verachtet, ihre kleine Schwester nicht leiden kann aber ihren Bruder liebt. Dabei ist Sanni gar nicht bewusst, wie gut es ihr wirklich geht – bis zu dem Tag, an dem sie aufwacht, ihr Bruder spurlos verschwunden ist und niemand ihr Antworten geben will.

Charakterstark & starker Charakter

Einzigartig und authentisch bewegt sich Protagonistin Sanni/Susi durch ihre Geschichte.
Beeindruckend fand ich den Wandel von Sanni zu Susi, Stefanie Scheurich hat den Entwicklungsprozess vom jungen Mädchen zu  junger Erwachsenen, die kritisch hinterfragt und Konsequenzen aus ihren Überlegungen und den Geschehnissen zieht, sehr lebendig und glaubhaft gestaltet. Und damit einen sehr, sehr starken Charakter geschaffen.
Sanni ist, auch als Susi – was zugegebener maßen schizophren klingt – eine vielschichtige Protagonistin mit Tiefgang und Authentizität.
Aber nicht nur Sanni hat mich überzeugt, auch die anderen Charaktere sind klar umrissen, stimmig und machen beim Lesen Spaß.

Neben Charakteren (und vor allem Sanni – nur, um das noch einmal zu betonen) gefällt mir auch der Schreibstil von Stefanie Scheurich sehr. Flüssig und klar hat die Autorin Sannis Geschichte niedergeschrieben. Dabei lässt sie ihre Protagonisten aus der Ich-Perspektive erzählen und spielt mit dem Wechsel zwischen den Zeiten – mal befinden wir uns in der Gegenwart, im nächsten Kapitel in der Vergangenheit. Das sorgt nicht nur für einen guten Lesefluss, sondern auch für konstante Spannung. Stück für Stück fügt Stefanie Scheurich auf diesem Weg das große Ganze zu einem Bild zusammen und endet, bevor der Leser genaue Details über Sannis weiteres Schicksal erfährt. Was jetzt nach komischen, offenen Ende klingt, ist in Wahrheit die einzig richtige Art gewesen, um »Sanni« enden zu lassen. Immerhin handelt es hier um ein Prequel der »Deceptive City«-Trilogie und ich hoffe doch darauf, dass wir alles weitere von Sanni in der Fortsetzung der Trilogie zu lesen bekommen.

»Sanni« von Stefanie Scheurich ist das großartige Prequel einer Dystopie, die aktuelle Diskussionen aufgreift und Themen wie Genmanipulation oder Zweiklassen-Gesellschaften dramatisch, brisant und abwechslungsreich präsentiert.

Bewertung

5 Bücher

5 von 5

AUTORIN

Stefanie Scheurich wurde 1997 im Schwabenland geboren und lebt mit ihrer Familie in einem Stadtteil in Esslingen. Die Autorin liebt die Ruhe und könnte stundenlang einfach nur lesen. Nach dem Abitur begann Stefanie Scheurich allerdings erste eigene Seiten zu füllen und veröffentlichte 2016 ihre ersten Geschichten.
Die Autorin träumt davon, vom Schreiben leben zu können, widmet sich bis dahin allerdings ihrem Studium und dem Ballett.

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Weitere Meinungen zu »Sanni« von Stefanie Scheurich

Süchtig nach Büchern (5/5)
Aus dem Leben einer Büchersüchtigen (4/5)
Seductive Books (o.A.)
Manjas Buchregal (5/5)

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Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an den Sternensand Verlag.
Cover: Sternensand Verlag

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