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Rezension »Das unsichtbare Leben der Addie Larue« von V. E. Schwab

von buecherleser
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»Das unsichtbare Leben der Addie LaRue«
von V. E. Schwab
Fischer Tor, Mai 2021
ISBN-13: 978-3-596-70581-8
Seiten: 592
Preis: 16,99€ eBook | 18,00€ Taschenbuch
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INHALT

1714, ländliches Frankreich. Neben dem Christentum glauben einige Menschen noch an die alten Götter. Und zu diesen sollte man nie nach Einbruch der Nacht beten.
Am Abend des 29. Julis soll die junge, freiheitliebende Addeline LaRue verheiratet werden. In ihrem Widerwillen läuft sie vor der Hochzeit davon und fleht die alten Götter um Hilfe an. Nur einer schenkt ihr in der Dämmerung Gehör und schließt einen Pakt mit ihr: ihre Seele gegen ein selbst bestimmtes Leben. Addeline hat aber ihre Wortwahl nicht bedacht: Der dunkle Gott hält sein Versprechen auf eine grausame Weise: Hunger, Kälte, Krankheiten – nichts kann ihr etwas anhaben, aber niemand kann sich an Addeline erinnern sobald sie den Raum verlässt. Sie kann ihren Namen nicht nennen, keine Briefe schreiben, keine Spuren im Sand hinterlassen.

Als ruhelose Frau streift Addeline durch die Jahrhunderte, trifft immer wieder auf Luc, den dunklen Gott und inspiriert als Muse später berühmte Künstler. Aber nie kann einer ihr Gesicht zeichnen oder sich an ihre Stimme erinnern.
Bis sie 2014 in New York auf Henry trifft, ein junger Antiquar, der sich an Addie erinnern kann und sein ganz eigenes Geheimnis hat…

Fazit

Selten hat mich ein Buch vor so einen Zwiespalt gestellt, wie »Das unsichtbare Leben der Addie LaRue« von V. E. Schwab. Mir hat die Idee des Buches wirklich sehr, sehr gut gefallen und der Schreibstil ist wirklich wunderbar. Ein wenig wie ein Märchen, sehr luftig, leicht und malerisch – aber nicht kitschig. Aber die Handlung konnte mich nicht immer mitnehmen. Aber dazu später mehr.

Damals und heute

V. E. Schwab hat das Buch in sieben Abschnitte geteilt und jeder Beginn eines Abschnitts verweist auf ein Kunstwerk, zu dem Addie den Künstler oder die Künstlerin inspiriert hat. Eine tolle Idee.
Zur Erzählung der Geschichte von Addie wechselt V. E. Schwab zwischen Addies Vergangenheit und der Gegenwart (2014). So lernen Leser:innen Addie auf eine besondere Weise kennen: zum einen ist das die junge Frau, die nicht mit 23 heiraten und mit 25 im Kindbett sterben möchte, sondern lieber die Welt entdecken und wachsen möchte. Aber auch in der harten Realität des Lebens 1714 ankommt. Und zu anderen ist da die äußerlich noch junge Frau, die nach 300 Jahren Lebenszeit einerseits tieftraurig darüber ist, selbst keine direkten Spuren in der Welt hinterlassen zu können und andererseits noch immer staunend Neues in der Welt entdecken kann. Es war furchtbar interessant einen Charakter so unterschiedlich zu begegnen und dann erst mit der Geschichte zu verstehen, wie aus der Frau von 1714 die Frau in 2014 wurde.

Henry? Luc? – Ich war raus.

Dabei haben mir die Rückblenden deutlich besser gefallen als die Szenen in der Gegenwart. V. E. Schwab konnte mit ihrem bildhaften Schreibstil die Szenen für mich lebendig werden lassen und es war großartig mit Addie Beethoven zu treffen, durch den harten Pariser Winter zu kommen und zu beobachten, wie sie immer neue Überlebensstrategien entwickelt und dem dunklen Gott, der sie in jeglichen misslichen Lagen zur Aufgabe ihrer Seele überreden möchte, widerstehen zu sehen. Diese Abschnitte haben mir – fast bis zum Ende – immer sehr gut gefallen. Auch weil Luc, der dunkle Gott, mit dem Addie die Abmachung um ihre Seele getroffen hat, ein sehr spannender Charakter ist. Eigentlich erhaben über die Gefühle von Menschen entwickelt Luc mit der Zeit eine Faszination für Addie, die bis zum Schluss nicht ganz einzuordnen ist. Zudem sind die beiden ein spannendes Duo, das sich nicht, aber auch nicht wirklich mag. Jeder will den anderen brechen und übertrumpfen, aber keiner will das Spiel um Addies Seele verlieren.

Dem Gegenüber stehen die Abschnitte im New York von 2014. Hier tritt Henry in Addies leben. Ein junger Mann mit persönlichen Problemen und einem Geheimnis, mit dem ich nicht warm geworden bin. Ich konnte seine Beweggründe zu oft nicht nachvollziehen, habe seine Entscheidungen und seinen ganzen Art einfach nicht verstanden.
In einem Abschnitt war ich dann auch für Wochen raus aus dem Buch, der Plot hat mich einfach verloren.

Dazu kam, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon über die Hälfte des Buches hinter mir hatte und ernsthaft gezweifelt habe, wie V. E. Schwab zum einem einige Andeutungen über Addies Vergangenheit noch einbinden möchte und zum anderen den sich anbahnenden Konflikt der Gegenwart lösen möchte.
Und am Ende kam es wie es kommen musste: die letzten Rückblenden wurden auf die Seiten gequetscht und das Ende – was ich prinzipiell als gelungene Auflösung empfinde – hat zu wenig Raum bekommen.

Leider nicht meine Geschichte

Insgesamt hat mich V. E. Schwab, trotz vieler positiver Aspekte wie ihren Schreibstil, den lebendigen Rückblenden und zwei tollen Charakteren nicht abholen können.
Leider hat »Das unsichtbare Leben der Addie LaRue« mich nur stellenweise abgeholt und überzeugt.

Bewertung

2,5 von 5

Autorin

Victoria E. Schwab, Autorin der »Weltenwanderer«-Trilogie, wurde 1987 geboren, wuchs in Nashville, Tennessee auf und reist gerne – egal, ob Städtetrips oder Urlaub in der Natur.

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Cover : Fischer Tor
Vielen Dank an Lovelybooks für das Leseexemplar.

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2 Kommentare

Ines 25. Oktober 2021 - 16:03

Sehr sehr interessante Rezension. Kommt auf meine Liste, die mittlerweile ellenlang ist *lach*!

Antworten
buecherleser 12. November 2021 - 10:19

Das mit der langen Liste kenne ich 😀
Schreib mir gerne, wie dir das Buch gefallen hat 🙂

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