Rezension: »Eine wir wir« von Dana Mele

Eine wie wir Dana Mele

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»Eine wie wir«
von Dana Mere

Arctis Verlag, Februar 2019
ISBN: 978-3-0388-0021-7
352 Seiten
Preis: 12,99€ eBook | 16,00€ Broschiert

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Inhalt

Kay hat ihr Leben am Bates-Internat neu eingerichtet – in ihrer Clique ist sie beliebt und niemand weiß um ihre Vergangenheit.
Bis sie und ihre Freundinnen in der Nacht vom Halloweenball eine Leiche im North Lake finden. Mitschülerin Jessica Lane ist tot. Und doch spricht sie jetzt mit Kay mehr als je zuvor. Über einen Blog hat Jessica sorgsam Geheimnisse und Vergehen von Kays Clique vorbereitet und Kay soll ihre Freundinnen damit konfrontieren. Tut sie das nicht, erfahren alle anderen am Bates-Internat von Kays Geheimnis…

Fazit

bleibt hinter den erwartungen zurück

»Eine wie wir« von Dana Mele ist ein Titel, auf den ich mich sehr gefreut habe. Ich habe ein Herz für Geschichten á la »One of us is lying« und »Tote Mädchen lügen nicht« – Freundschaft, Intrigen, Geheimnisse, Rätsel.
»Eine wie wir« von Dana Mele versprach genau in diese Richtung zu gehen, bleibt in der Umsetzung aber hinter meinen Erwartungen zurück.

Die Charaktere und ihre Beziehungen

Die Charaktere von Dana Mele sind oberflächlich gestaltet, alle sehr egoistisch und zum Teil nicht nachvollziehbar.
Protagonistin Kay betont zum Beispiel immer wieder ihre besondere und tiefe Freundschaft zu Brie, vertraut sich ihrer besten Freundin aber nicht an. Nie. Nicht über ihre Vergangenheit, nicht über ihre Gefühle, nicht über den Blog und die Aufgaben von Jessica. Stattdessen sucht Kay bei einer quasi fremden Mitschülerin Hilfe und setzt dann recht bedenkenlos ihre Freundschaft zu Brie aufs Spiel.
Generell ist Kay ein sehr Ich bezogener Mensch, der fast bedenkenlos alle Freunde ans Messer liefert – weil der Blog einer Toten es vorschreibt.

Wirklich gelungen sind der Autorin zwei Nebencharaktere: Megan und Spencer. Die beiden wirken besser ausgearbeitet und authentischer als die anderen Charaktere.

Toller Schreibstil

Neben den seichten Charakteren konnte mich leider auch die Entwicklung der Geschichte nicht überzeugen. Dana Mele hat viel Potential verschenkt und durch den gewählten Aufbau einen überraschenden Plottwist verhindert. Das Ende von »Eine wie wir« war leider sehr vorhersehbar. Dana Mele macht es ihren Leser*innen zu einfach herauszufinden, was passiert ist.

Großer Pluspunkt, der »Eine wie wir« trotz der blassen Charaktere und der Vorhersehbarkeit kurzweilig macht, ist der Schreibstil von Dana Mele. Einnehmend und eindringlich lässt sie ihre Protagonistin die Geschichte um die Tote Jessica Lane schildern und schafft so eine beklemmende Atmosphäre.
Dazu streut die Autorin immer wieder Bruchstücken aus Kays Vergangenheit ein, die wirklich neugierig machen – ich wollte über Kays Vergangenheit mehr wissen, als über die Gegenwart am Bates-Internat.

Neben dem Schreibstil fand ich sehr gut, wie Dana Mele das Thema Mobbing in ihre Geschichte eingebaut hat. Sie rückt in den Fokus, welche Folgen Mobbing haben und wie ernst vermeintlich kleine Scherze unter Mitschülern werden können.

»Eine wie wir« von Dana Mele ist eine solide Geschichte über ein ernstes Thema. Der einnehmende Schreibstil von Dana Mele verleiht der doch vorhersehbaren Geschichte Kurzweiligkeit und Unterhaltungswert.

Bewertung

3 von 5

Autorin

Dana Mele ist studierte Theaterwissenschaftlerin und Juristin. Die US-Amerikanische Autorin veröffentlichte nach einigen Kurzgeschichten 2018 mit »People like Us« ihr Debüt.

Website · Instagram


Weitere Rezensionen zu »Eine wie wir« von Dana Mele

Stürmische Seiten (o.A.)
Lovin Books (5/5)
Claudis Gedankenwelt (4/5)

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Rezension »I can see u« von Matthias Morgenroth

I can see u matthias morgenroth

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»I can see U«
von Matthias Morgenroth

Coppenrath Verlag, Februar 2019
ISBN: 978-3-6496-3190-3
304 Seiten
Preis: 10,99€ eBook | 16,00€ Hardcover

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Inhalt

Für die meisten ihrer Mitschüler ist Marie unscheinbar, fast unsichtbar. Aber nicht für Ben. Ben ist der Neue. Ben sieht gut aus, ist aufmerksam und wenn er sie ansieht, fühlt sich Marie gesehen und die Sonne scheint plötzlich heller zu strahlen.
Es kann also nur ein blöder Zufall sein, dass im Klassenchat plötzlich Fake-Bilder von ihr auftauchen und die Geheimnisse ihrer Mitschüler sich wie Lauffeuer verbreiten. In Maries Klasse gerät ein Mahlstrom aus Misstrauen in Gang, als dessen Konsequenz Marie ein Eisenrohr in den Händen hält und Ben mit geschlossenen Augen vor ihr sitzt…

Fazit

Den Klappentext von »I can see U« fand ich sehr spannend, leider konnte der Inhalt nicht ganz mithalten, überrascht hat mich Matthias Morgenroth mit seiner Idee aber dennoch.

Tolle Idee mit schwacher Umsetzung

Matthias Morgenroth startet direkt in seine Geschichte, ohne große Vorstellung der Charaktere, die leider auch im Rest der Geschichte eher blass bleiben.
Marie, eher unsichtbar mit wenig guten Freunden verfällt Ben direkt, als er die Klasse das erste Mal betritt. Dabei ignoriert sie die Warnungen und das Misstrauen von ihrer besten Freundin – wie kann jemand an einem Jungen zweifeln, der so gut aussieht wie Ben, der seinen Klassenkameraden hilfsbereit Links schickt und für die ganze Klasse Ausflüge organisiert? Auch merkwürdige Gespräche zwischen dem Schuldirektor und Ben wecken nicht Maries misstrauen. Erst als Fake-Bilder von ihr und ihrer besten Freundin im Klassenchat auftauchen und auch ihr Lieblingslehrer die Bilder geschickt bekommt, wird Marie langsam misstrauisch.

undifferenzierte Kritik

In welche Richtung Matthias Morgenroth gehen will, wird schnell offensichtlich, hat mich aber überrascht. Erwartet habe ich einen Jugenthriller über einen neuen Mitschüler, der ein grausames, gefährliches Geheimnis hat. Ich dachte an eine Straftat in der Vergangenheit, die einen Schulwechsel bedingte, Ben aber durch Papis Geld vor schwerwiegenderen Folgen verschont blieb. Damit lag ich ganz, ganz falsch.

Matthias Morgenroth geht es um ein viel digitaleres Thema: eine Überspitzung unseres Nutzerverhaltens in der digitalen Welt und die Folgen.
Auch wenn »I can see U« eine Überspitzung ist, hätte ich mir eine differenziertere Betrachtung der Thematik für die Zielgruppe gewünscht – nicht nur mit dem digitalen Nutzerverhalten von Jugendlichen, sondern auch mit dem Mobbing, das in der Klasse um sich greift. Ersteres bekommt schlicht einen schalen Beigeschmack und letzteres wird gar nicht thematisiert. Schade eigentlich, denn in Zeiten des (Cyber-) Mobbings und der Sensibilisierung für den Schutz der eigenen Daten sind beide Themen sehr wichtig.
Was genau Ben mit dem digitalen Nutzerverhalten und dem Mobbing seiner Mitschüler zu tun hat? Nun, das herauszufinden überlasse ich euch

Ein oberflächlicher Einstieg in umfassende Themen

»I can see U« von Matthias Morgenroth ist flüsig zu lesen, der einfache, angenehme Schreibstil gehört zu den großen Stärken des Jugendbuches.
Für ein begleitendes Lesen und erstes, kritisches Auseinandersetzen mit den Themen zum Beispiel im Rahmen eines Schulfaches ist »I can see U« ein guter Einstieg. Für jede*n Leser*in, der/die selbst schon aktiv die digitalen Medien nutzt, ist »I can see U« zu wenig differenziert und die Charaktere zu blass, um den oberflächlichen Umgang mit der Thematik zu wett zu machen.

Bewertung

2 von 5 Bücher
2 von 5

Autor

Matthias Morgenroth ist Reporter und Redakteur für Radio und Fernsehen beim Bayrischen Rundfunk, schreibt für verschiedene Zeitungen, hält Seminare, geht gerne auf Lesereise und macht mit Freunden Straßenmusik.
Seit vielen Jahren schreibt er außerdem Kinder- und Jugendbücher sowie Sachbücher für Erwachsene.


Weitere Meinungen zu »I can see U« von Matthias Morgenroth

Die Bücherwelt von Corni Holmes (5/5)
Uwes Leselounge (4/5)
Buchbahnhof (4/5)

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Rezension »Cecilia – Wenn die Sterne Schleier tragen« von Anna Nigra

Cecilia Anna Nigra

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»Cecilia – Wenn die Sterne Schleier tragen«
von Anna Nigra

A TREE & A VALLEY Verlag,  Juli 2018
ISBN: 978-3-9473-5706-2
399 Seiten
Preis: 5,99€ eBook | 13,99€ Taschenbuch

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Klappentext

Manchmal ist es leichter, ein Land zu regieren, als das eigene Herz zu verstehen.

Einen Fremden heiraten? Cecilia kann nicht glauben, was ihr Vater da von ihr verlangt! Sie ist erst 18, und ihr zukünftiger Ehemann der Kronprinz von Europa!
Doch der König will unbedingt Cecilia als Frau seines Sohnes. Ein Nein würde er nicht dulden.
Nur widerwillig reist Cecilia mit ihrer Familie in den Königspalast, um ihren Zukünftigen kennenzulernen. Zu ihrer großen Erleichterung ist der 21-jährige Prinz Noran aber nicht nur gutaussehend, sondern auch charmant und liebevoll. Doch auch sein temperamentvoller Bruder Elias reizt Cecilia mit seiner provokanten Art. Und als wären zwei attraktive Männer, eine eifersüchtige Schwester und ein ungeduldiger König nicht schon genug, scheint im Palast eine unglaubliche Intrige gesponnen zu werden …
(Quelle: A TREE & A VALLEY Verlag)

Fazit

Zwei Prinzen und eine Braut

Wer das Setting ist klassisch: Das Mädchen vom Land soll den Thronerben heiraten. Der hat einen Bruder, beide  könnten nicht unterschiedlicher sein und beide erobern Cecilias Herz.
Anna Nigra hat sich des allzu bekannten Settings  angenommen und zu ihrer eigenen Geschichte gemacht.

Mit Cecilia, Thronerbe Noran und dessen Bruder Elias hat Anna Nigra drei solide Protagonisten geschaffen, die eine spannende und vor allem glaubhafte Dreiecksbeziehung abgeben – Cecilia verbindet etwas mit beiden Prinzen, jeder bringt eine andere Saite in ihr zum Klingen.
Garniert mit den Problemen in zwischenmenschlichen Beziehungen, die Cecilia mit ihrer Unentschlossenheit und Verliebtheit in beide Prinzen auslöst, mausert sich die bekannte Grundidee zu einer kurzweiligen Geschichte.

Leider berhindern einige Längen voller Deatils aus dem royalen Alltag einen mehr als moderaten Anstieg der Spannung. Das Potential der politischen Ränkespiele wird zu Gunsten von Make Up und Kleiderwahl verschenkt und unweigerlich musste ich immer wieder an »Selection«  von Kiera Cass denken. In den letzten Kapiteln zeigt Anna Nigra dann aber, dass sie mehr kann als lebendige, aber langweilige, Kapitel über Make Up zu schreiben. Mit einem Mal zieht das Erzähltempo an, die Spannung steigt und Anna Nigra lässt ihre Leser mit einem gemeinen Cliffhanger auf den nächsten Band warten. Von den letzten Kapiteln wünsche ich mir in der Fortsetzung mehr.
Aber auch von den kleinen, zarten Liebesszenen möchte ich mehr. Die gelingen Anna Nigra wirklich gut. Betont durch ihren angenehmen, flüssigen Schreibstil zaubert sie hier süße Momente, die ans Herz gehen und Spaß machen.

Ein stilistisches Mittel hat Anna Nigra übrigens perfekt in Szene gesetzt. Zu Anfang und Ende lässt die Autorin den Prinzen zu Wort kommen, der Cecilia wirklich liebt. Aber welcher Prinz ist es?

Eine Empfehlung

»Cecilia – Wenn die Sterne Schleier tragen« von Anna Nigra ist ein Debüt mit Stärken und Schwächen. Die Geschichte um Cecilia, Noran und Elias ist eine Empfehlung für alle, die sich in den Banalitäten des royalen Alltags ergehen können, Geschichten um Prinzessinnen und Prinzen lieben und sich für eine gute Dreiecksbeziehung begeistern können.

Bewertung

3 von 5

AUTORIN

Anna Nigra wurde 1990 in Celle geboren. Sie lebt mit Partner und Sohn in der Nähe von Hamburg, wo sie oft mit Freunden auf der Terasse zu finden ist, wenn sie nicht gerade liest oder schreibt. »Cecilia – Wenn die Sterne Schleier tragen« ist das Debüt der Autorin unf Auftakt romantischen Reihe um Cecilia.

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Weitere Meinungen zu »Cecilia – Wenn die Sterne Schleier tragen« von Anna Nigra

nichtohnebuch (o.A.)
Ella Woodwater (o.A.)
Bücherfarben (5/5)
Sunnys Bücherschloss (9/10)

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Rezension: »Die Gabe« von Naomi Alderman

Die Gabe von Naomi Alderman»Die Gabe«
von Naomi Alderman

HEYNE, Februar 2018
ISBN-13: 978-3-4533-1911-0
480 Seiten
Preis: 13,99€ eBook / 16,99€ Paperback/Broschiert

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Inhalt

Es fängt klein an: ein Mädchen am Pool, die Tochter eines Gangsterbosses, eine Politikerin. Aber es nimmt Ausmaße an, die alte Machtverhältnisse einreißen und Staaten stürzen.
Weltweit entwickeln Frauen die Gabe – sie können starke, tödliche Stromstöße mit ihren Händen aussenden. Wie verändern sich die Welt und das Zusammenleben, wenn Frauen den Männern körperlich überlegen sind?

Fazit

Frauen sind grausam. Frauen nehmen sich was und wen sie wollen, wann sie wollen. Frauen denken: »Die Fähigkeit, Schmerzen zuzufügen, ist eine ganz besondere Art von Reichtum.«

»Die Gabe« von Naomi Alderman ist ein Roman, der mich im Zwiespalt zurücklässt. Einerseits wurden meine Erwartungen übertroffen, andererseits hat der Roman nicht gehalten, was ich mir versprochen habe.

Erwartet habe ich ein Gedankenkonstrukt, ein Modell, das meine Einstellung: »Machthunger und Grausamkeit wird nicht durch das Geschlecht, sondern die Gelegenheit bestimmt« bestätigt und interessante Charaktere.
Die These greift Naomi Alderman auf, untergräbt die doch generalistische Aussage dann durch eine platte Glorifizierung der Gabe zu einer Religion zu einer eindimensionalen, vereinfachten Betrachtung verkommen lässt. Ein einfacher Weg, um den Werdegang des Romans zu leiten, der das hoch interessante Gedankenexperiment von Naomi Alderman beeinträchtigt.
Naomi Alderman verallgemeinert diese These überdies, überall auf der Welt wird von Ausschreitungen berichtet, ein Zusammenschluss von Frauen, die ihre Chancen wittern und Männer unterdrücken. Mäßigung scheinen Frauen in der Zukunft von Naomi Alderman nicht zu kennen. Genausowenig wie Mitgefühl oder einen Gerechtigkeitssinn.

Der Schreibstil der Autorin ist gut, flüssig zu lesen und durch den richtigen Grad an Sachlichkeit gezeichnet. Unterbrochen wird der Lesefluss aber durch wissenschaftliche Funde, die die Herkunft der Gabe dokumentieren sollen. Zu bemüht wissenschaftlich, mit fiktiven Belegen versucht Naomi Alderman in ihrem Roman eine Grundlage für die Gabe zu schaffen, was zuteilen interessant, im Allgemeinen aber eher zäh ist.
Dazu kommen vier Charaktere, die die Geschichte erzählen, sich dabei aber nicht mit der Geschichte entwickeln, sondern für die Geschichte entwickelt wurde. Hier sticht vor allem der einzige männliche Erzähler negativ hervor: Tunde wird zum Chronisten der Revolution, aus einem Zufalls-Youtuber wird in kürzester Zeit ein Spitzen-Journalist mit Attitüde. Die Entwicklung ist zu rasant und ebenso unglaubwürdig.
Aber auch Allie, missbrauchte, traumatisierte Waise und Gründerin einer neuen Religion, Roxy, stärkste Kämpferin der Frauen und Margot, einflussreiche Politikerin, sind flache, erzwungene  Charaktere, die ihre Funktion in dem Roman erfüllen, aber absolut austauschbar sind.

Nicht erwartet und positiv überrascht war ich von dem Spiegel, den Naomi Aldermann der Gesellschaft schonungslos und fast sachlich brutal vorhält. Nicht militantisch feministisch, aber bissig kommentiert Naomi Alderman unsere Gesellschaft und zeigt Missstände durch das Verkehren von Tatsachen auf.
Ein wichtiger Gedankenimpuls, der in der Umsetzung aber fast in der Grausamkeit der Frauen verloren geht.

Anmerkung: Der Originaltitel „The Power“, übersetzbar mit „Die Kraft“ oder „Die Macht“ passt deutlich besser zum Inhalt des Buches, als die deutsche Übersetzung. Gerade letzteres ist der Kernthema von Naomi Aldermans Buch.

 

Bewertung

2 von 5 Bücher

2 von 5

 

Autorin

Namo Aldermann

Naomi Alderman wurde 1974 geboren und wuchs in London auf. Sie studierte in Oxford und an der University of East Anglia.
Die Autorin ist Professorin für kreatives Schreiben an der Bath Spa University, stellt auf BBC Radio 4 „Science Stories “ vor und schreibt regelmäßig für die Guardian.
Als Autorin wurde Naomi Alderman bereits mehrfach ausgezeichnet.

 

Website


Weitere Meinungen zu »Die Gabe« von Naomi Alderman

Kill Monotony (3/5)
I am Jane (o.A.)
The Read Pack (5/5)
Kathrineverdeen (o.A.)
Back Down to Earth (3/4)
Wortlichter (o.A.)

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Rezension: »Eonvár – Zwischen den Welten« von Kat Rupin

Eonvar Kat Rupin»Eonvár – Zwischen den Welten«
von Kat Rupin

Zeilengold Verlag, Oktober 2017
ISBN-13: 9978-3-9469-5504-7
330 Seiten
Preis: 4,99€ eBook / 14,90€ Taschenbuch

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Klappentext

Nichts vermag die toughe Elisa zu stoppen. Weder die Hindernisse des Alltags noch das raue Leben in der Großstadt. Plötzlich taucht ihr lange verschollener Jugendfreund Gabriel auf – und mit ihm die Chance, in einer magischen Welt voller Abenteuer zu leben. Elisa steht vor einer schweren Entscheidung. Nur wer sich vollkommen von der irdischen Welt trennt, darf in Eonvár bleiben. Doch ist das Leben als Hexe und ohne Rollstuhl wirklich das, was sie sich wünscht? Kann sie die Menschen, die sie liebt, zurücklassen? Statt eine Wahl zu treffen, beginnt Elisa ein gefährliches Doppelleben zwischen den Welten.
(Quelle: Zeilengold Verlag)

Fazit

Seit einem Unfall an dem Tag, an dem Elisa Gabe das letzte Mal gesehen hat, sitzt Elisa im Rollstuhl. Selbstbestimmt und unabhängig lebt die Studentin der Psychologie seither ihr Leben. Tough und sarkastisch, aber auch warmherzig und sehr, sehr stur sind Adjektive, die Elisas Persönlichkeit beschreiben.  Ihre Art kommt nicht immer gut an, aber Elisa hat sich ihre kleine Welt aufgebaut, wie sie ihr gefällt. Alles hat seinen Platz.
Zumindest, bis Elisa Jugendfreund Gabe wieder trifft, der nicht mehr der schlaksige Junge von damals ist und der ihr eine Welt zeigt, in der sie wieder laufen kann.

Elisa ist Dreh- und Angelpunkt der Geschichte von Kat Rupin. Sie ist eine starke Protagonistin, die Charakter hat. Aber ihr Charakter ist es auch, der mir Probleme bereitete. Elisa will immer um jeden Preis ihren Willen durchsetzen, hört auf niemanden und setzt voraus, dass sie es besser weiß. Das ist ein anstrengender und unreifer Charakterzug, der meine anfängliche Sympathie für die spannende und starke Frauenfigur nach und nach zunichte gemacht, mich zum Ende regelrecht genervt hat.
Dazu kommt, dass die Spannungskurve in der Mitte der Geschichte etwas durchhängt und einige Längen das Tempo aus der Geschichte nehmen. Durch diese Passagen trägt Kat Rupin ihre Leser aber mit ihrem schönen und flüssigen Schreibstil und ihrer Liebe zu Details. Kurz nach der Hälfte des Buches steigt die Spannung aber an und zusammen mit dem eingängigen Schreibstil der Autorin wird die Geschichte um Elisa, Gabe und Elisas Entscheidung um ihre künftige Heimat fesselnd.

»Eonvár – Zwischen den Welten« von Kat Rupin ein Buch mit einem sehr spannenden Plot und einem ungewöhnlichen, glaubwürdigen Konflikt, das seine Leser in eine interessante, magische Parallelwelt einlädt und eine eigensinnige Protagonistin mit Ecken und Kanten zu bieten hat.

Bewertung

3 von 5

 

Autorin

Kat Rupin wurde 1986 in Augsburg geboren, hat sie die rheinische Frohnatur ihrer Eltern geerbt. Nach dem Abschluss ihres Magisters mit einer Arbeit über Geschlechtsstereotypen in der Frauenliteratur ist die Autorin heute u.a. als freie Lektorin und Korrektorin tätig.
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Weitere Meinungen zu »Eonvár – Zwischen den Welten« von Kat Rupin

Anni-chans fantastic Books (5/5)
Bücherzelt (4/4)
Manjas Buchregal (5/5)
Nicoles Fantasy (o.A.)
Büchersalat (4/5)


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