Rezension »All-Souls 01 – Die Seelen der Nacht« von Deborah Harkness

Cover die seelen der Nacht Deborah Harkness

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»All-Souls 01 – Die Seelen der Nacht«
von Deborah Harkness

blanvalet, Januar 2013
ISBN: 978-3-4423-7719-0
832 Seiten
Preis: 8,99€ eBook | 10,99€ Taschenbuch

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Inhalt

Die Welt beherbergt mehr, als die Menschen wissen: Dämonen, Vampire und Hexen leben bisher unerkannt unter ihnen.

Diana ist Wissenschaftshistorikerin aus Überzeugung – und außerdem die Erbin einer der stärksten und ältesten Hexenfamilien. In ihr hat sich das Blut der Bishops und der Proctors vereint, was das für Dianas Kräfte bedeutet, weiß niemand. Nicht einmal die junge Frau selbst, denn während andere mit Freuden ihre Macht erprobt hätten, versucht Diana ihrer Magie und allem Übernatürlichen aus dem Weg zu gehen. Was gut funktioniert, bis sie eines Tages ein verschollen geglaubtes Manuskript in den Händen hält.
Plötzlich steht Diana nicht nur im Mittelpunkt des Interesses aller übernatürlichen Völker, sondern begegnet auch Matthew Clairmont – Naturwissenschaftler und 1500 Jahre alter Vampir. Eine schicksalhafte Begegnung, die nicht nur Diana tief berührt, sondern die ganze übernatürliche Welt erschüttert und eine Jagd sondergleichen auslöst.

Fazit

Ich habe selten ein Buch gelesen, das mich so im Zwiespalt zurückgelassen hat. Wirklich. Mal wollte ich das Buch abbrechen, am Ende bin ich aber doch neugierig auf die Fortsetzung.

Was waren die Probleme?

Fangen wir von vorne an: Das Buch ist lang – 832 Seiten. Ich lese gerne dicke Schinken, aber dann müssen die Passagen entweder einen Sinn für die Geschichte haben oder mich fesseln. In den Längen ihres Buches hat Deborah Harkness mich hier oft verloren, ja, manche Seiten habe ich -Schande! – nur überflogen! Aber der gefühlt 25. geistige Orgasmus von Diana, wenn sie ein altes Manuskript streichelt oder von Matthew die x. Anekdote über seine früheren Best Buddys Charles Darwin, William Shakespeare oder Queen Elizabeth (ja, er kannte sie natürlich immer alle!), hat dann weder ihre Glaubhaftigkeit als Wissenschaftshistorikerin erhöht, noch irgendetwas anderes für die Geschichte getan. Das war, ich muss es leider so sagen, schlicht langweilig.
Ich schätze, hier ist die Geschichtsprofessorin in der Autorin durchgegangen.

Gehadert habe ich aber nicht nur mit den Längen, die wurden ja auch immer wieder durch spannende, unterhaltsame Passagen unterbrochen, sondern durchaus auch mit Diana und Matthew.
Diana ist anfangs tough und sehr auf ihre Selbstständigkeit und Unabhängigkeit bedacht. Das selbstständige Denken stellt sie dann quasi komplett ein, ca. 5 Minuten, nachdem sie dem Super-Alpha-Vampir Matthew begegnet ist. Der weiht sie dreiviertel des Buches nämlich in gar nichts ein, sondern macht einfach und versteckt sich hinter der „Ich bin 1500 Jahre alt und Vampire leben wie Wölfe. Der Alpha sagt, der Rest macht“-Fassade. Selbst seine Vampirmutter fügt sich dem Willen ihres jüngsten Sohnes, dabei ist der eigentlich nicht mal offizielles Familienoberhaupt, sondern hat nur dann das Sagen, solange sein Bruder Baldwin nicht in der Nähe ist.

Erst im letzten Viertel des Buches sieht Matthew dann ein, dass er nicht mehr im 7. Jahrhundert lebt und sich einiges getan hat. Da macht er recht schnell eine 90 Grad Wende und weiht Diana nun immerhin über die meisten seiner Entscheidungen für sie ein. Diana erwirbt sogar etwas von ihrem alten Ich zurück und wird wieder etwas mutiger, selbstständiger und hat nicht mehr so oft einen Zusammenbruch.

Und dennoch bin ich auf die Geschichte und die Serie neugierig

Was soll ich sagen? Obwohl mir so vieles nicht gefallen hat, ich bin dennoch neugierig auf die Geschichte! Deborah Harkness hat nicht nur immer wieder mitnehmende Passagen in ihre Geschichte gebaut, sondern auch wundervolle Nebencharaktere geschaffen, die sehr, sehr viel für die Geschichte tun – allen voran Matthews Sohn Marcus und Dianas Tante Sarah. Auch die Liebe zwischen Diana und Matthew hat mir -bis auf Dianas ungesunde Charakteränderung- gefallen. Der Autorin ist es gut gelungen, die Tiefe der Gefühle, die Diana und Matthew verbotener Weise füreinander hegen, festzuhalten.
Und der Cliffhanger am Ende ist auch wirklich mies – das macht neugierig. Ich werde aber in diesem Fall von Buch zur Serie („A discovery of witches“) wechseln und mal sehen, wie mir die Verfilmung des ersten Bandes gefällt.

»Die Seelen der Nacht« ist eine Empfehlung für Leser*innen, die keine Angst vor wissenschaftlichen Details haben, keine Längen scheuen und keine hochtraben Geschichte zum Nachdenken erwarten. Der Auftakt der All-Souls-Trilogie ist solide, seichte Unterhaltungsliteratur mit Schwächen und Stärken.

Bewertung

2,5 von 5 Bücher

Autorin

Deborah Harkness wurde 1965 in Philadelphia, Pennsylvania geboren. Sie ist eine angesehene Medizin- und Wissenschaftshistorikerin und lehrt europäische Geschichte an der University of Southern California in Los Angeles.
Ihre »All-Souls«-Trilogie, bestehend aus den Romanen »Die Seelen der Nacht«, »Wo die Nacht beginnt« und »Das Buch der Nacht«, war ein großer internationaler Erfolg. Der erste Band wurde bereits als Serie verfilmt, die Verfilmung der anderen Bände sind in Planung.
Neben Romanen schreibt Deborah Harkness außerdem ein preisgekröntes Wein-Blog.


Weitere Meinungen zu »Die Seelen der Nacht« von Deborah Harkness

Bookakolics: Till the End of time (2,5/5)
Buchkritik bei Focus (o.A.)
analog 2.0 (5/5)
Escape into dreams (3/5)

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Rezension: »Die sieben Farben des Blutes« von Uwe Wilhelm

Die sieben Farben des Blutes von Uwe Wilhelm»Die sieben Farben des Blutes«
von Uwe Wilhelm

blanvalet, Juli 2017
ISBN-13: 978-3-7341-0344-5
481 Seiten
Preis:  8,99€ eBook | 9,99€ Taschenbuch

Leseprobe

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Inhalt

Dionysos ist wieder da. Staatsanwältin Helena Fischer wusste, er würde wieder kommen.

Seit sie die Stufen zur Siegessäule erklommen und das vierte Opfer brutal ermordet vorgefunden hat, ist sie fest entschlossen den Mörder zu fassen.
Die vier ermordeten Frauen verdienen Gerechtigkeit und je eher man Dionysos fasst, desto besser. Denn er ist auf einer heiligen Mission, die eine Gefahr für jede erfolgreiche Frau ist.
Auch für Helena Fischer, denn aus dem Kampf um Gerechtigkeit wird schnell ein Kampf ums Überleben, als sie ins Visier von Dionysos gerät…

Fazit

»Die sieben Farben des Blutes« von Uwe Wilhelm ist der Beginn einer Trilogie um die Berliner Staatsanwältin Helena Farber.
Es war cool ein Thriller aus der Heimat zu lesen, der an Plätzen spielt, die man selbst schon das eine oder andere Mal gesehen hat. Da kommt gleich ein ganz spezielles Gefühl auf, wenn man das nächste Mal im Dunkeln die Siegessäule bewundert…

Bevor es jetzt an die Vorzüge des Thrillers geht, gleich vorab: Das Buch ist nichts für zart besaitete Gemüter. Die Szenen der Morde bzw. die Leichen und ihre Verstümmelungen werden in brutaler Ehrlichkeit, die hart an der Geschmacklosigkeit grenzt, geschildert. Wer das nicht erträgt, sollte sich überlegen, ob »Die sieben Farben des Blutes« als Lektüre wirklich geeignet ist.

Uwe Wilhelms hat mit Dionysos gekonnt einen perfiden Besessenen geschaffen, der sich im Alltag perfekt tarnt und im Schlamm der Berliner Justiz untertauchen kann.
Meine frühe Vermutung, wer Dionysos ist, hat sich zwar bestätigt, das hat mir aber nicht den Spaß am Lesen genommen.  Vielmehr machte sich ein irrationales kleines Gefühl der Überlegenheit breit, weil die Ermittler langsamer waren.
Mit Helena Farber ist Uwe Wilhelm eine starke, mutige und intelligente Protagonistin gelungen, die sich nicht so schnell die Butter vom Brötchen nehmen lässt – weder von Dionysos noch von ihrem Vorgesetzten oder sonst irgendwem.

»Die sieben Farben des Blutes« ist ein solider Thriller, der von Beginn an Spannung aufbaut und trotz des gelösten Falls im ersten Teil der Trilogie, das Interesse der Leser auf den letzten Seiten mit einem Knall zurückholt.

Bewertung

3 von 5

 

Autor

Uwe Wilhelm

© Florian Froschmayer

Uwe Wilhelm wurde 1957 in Hanau geboren und studierte Germanistik sowie Schauspiel. Seit 1987 schreibt er Theaterstücke, Sachbücher und Drehbücher, u.a. für Til Schweiger oder Bernd Eichinger. Der Autor ist verheiratet und lebt in Berlin.
Uwe Wilhelm veröffentlicht außerdem unter dem Pseudonym Lucas Grimm.

WebsiteFacebook

 

 


Weitere Meinungen zu »Die sieben Farben des BLutes« von Uwe Wilhelm

♦Melanies Büchertipps
♦ Büchersammelsurium
Wallmanns Diversa
Fluchtpunkt Lesen


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Rezension: »Der graue Orden 01 – Die Dunkelmagierin« von Arthur Philipp

Die Dunkelmagierin - Arthur Philipp»Der graue Orden 01 – Die Dunkelmagierin«
von Arthur Philipp

blanvalet, Februar 2017
ISBN: 978-3-7341-6079-0
576 Seiten
Preis:  11,99€ eBook | Taschenbuch: 14,99€  [D] | 15,50€ [A]

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Inhalt

Feja ist alleine auf der Suche nach ihrem Vater, als sie einem Magier begegnet, der ihr großes magischen Talent erkennt. Er bietet ihr an, dem Orden der grauen Magier beizutreten.
Freja nimmt das Angebot, ihre Kräfte zu schulen, an. Schnell lernt sie neue Freunde kennen, macht sich aber auch mächtige Feinde.
In einem Ordnen, der wieder zu alten Größe aufsteigen möchte, muss Feja ihre Magie schnell beherrschen, sonst ist sie der großen Intrige um Macht und Einfluss hilflos ausgeliefert und kann sich auch nicht gegen die dritte Partei wappnen, die die alte Ordnung zerschlagen und Feja zu ihrem Werkzeug machen will…

Fazit

»Die Dunkelmagierin« ist der Auftakt einer vielversprechenden Trilogie um die junge Feja.

Feja ist eine toughe, junge Heldin, die sehr selbstständig und mutig ist – eine Protagonistin, die nicht auf die Hilfe anderer angewiesen ist und die manchmal trotzdem schütteln möchte.
So selbstständig Feja nämlich auch ist, es wäre hilfreich, würde sie auf andere oder zumindest ihr Bauchgefühl hören, dann gäbe es wohl einige offensichtlich schlechte Entscheidungen nicht, die die angehende Magierin in »Die Dunkelmagierin« trifft.
Trotz dieser Momente hat mir Feja gut gefallen und mich in eine neue Magierschule entführt, bei der das Lehren gerade hinter der Politik und ihren Ränken etwas zurücksteht.

Natürlich weist auch die Magierschule in »Die Dunkelmagierin« wie andere Zauberschulen ein wohlbekanntes Muster  auf: Die Protagonistin ist eine Außenseiterin, lernt nur wenige, aber dafür gute Freunde kennen und macht sich den talentiertesten und tyrannischsten Mitschüler zu Feind.
Dieses bekannte Muster füllt Arthur Philipp mit spannenden Charakteren, die ihre Rollen perfekt erfüllen und mir sehr viel Spaß beim Lesen gemacht haben. Aber nicht nur die Charaktere überzeugen, auch der komplexe und spannende Weltenaufbau ist ein starkes Merkmal der Geschichte von Arthur Philipp.

Dazu kommt der simple und angenehme Schreibstil des Autoren. In kurzen Sätzen, die nicht abgehackt klingen entführt er in seine Welt und erzählt mit wachsender Spannung Fejas Abenteuer in einem straffen Tempo.

Erhofft hätte ich mir bei all den positiven Aspekten mehr Einblick in die politischen Ränkespiele der drei Parteien, die um die Macht kämpfen. Aber weiß, vielleicht füttert der Autor mich in der Fortsetzung ja mit mehr Informationen.

»Die Dunkelmagierin« von Arthur Philipp ist eine Leseempfehlung für Leser magischer Abenteuer, die starke Protagonistinnen mögen, sich nicht an einem schnellen Erzähltempo stören und sich nicht von bekannten Mustern der Belletristik abschrecken lassen.

Bewertung

4 Bücher

4 von 5


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Rezension: »Dein letzter Tag« von A. J. Rich

dein-letzter-tag-a-j-rich»Dein letzter Tag«
von A. J. Rich

blanvalet, Juni 2016
3-7341-0267-7
352 Seiten
Preis:  8,99€ eBook | 9,99€ Taschenbuch

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Inhalt

Haben ihre Hunde wirklich ihren Verlobten getötet?
Die Frage muss sich Morgan stellen, als sie eines Nachmittags die übel zugerichtete Leiches ihres Verlobten und ihre blutverschmierten Hunde in ihrem Schlafzimmer findet. Für die Polizei ein klarer Fall, doch bei Morgan bleiben Zweifel: Warum gibt es Kratzspuren an der Tür vom Schlafzimmer ins Bad?
Ihre Zweifel wachsen, als Morgan versucht die Eltern ihres Verlobten zu kontaktieren. Schnell wird klar, Bennett war nicht, wer er vorgab zu sein. Und Morgan war auch nicht seine einizige Verlobte. Als die anderen Verlobten dann eine nach der anderen vermeintlichen Unfällen zum Opfern fallen, wird Morgan nervös. Ist eine von den anderen die eigentliche Mörderin? Und: Ist Morgan die Nächste auf der Liste?

Fazit

„Dein letzter Tag“ von A. J. Rich klang wirklich vielversprechend, Klappentext und Leseprobe haben mich angefixt. Ich hatte mal wieder richtig Lust auf einen guten Psychothriller.
Leider hat „Dein letzter Tag“ das Level der Leseprobe nicht halten können. Die Spannung flachte schnell ab und es wurde zu schnell offensichtlich, wer hinter den Morden steckt.
Mir fehlte hier der Kick eines guten Psychothrillers.
Durch das Buch hat mich lediglich der angenehme Schreibstil von A. J. Rich getragen. Zwar nicht spannend, aber dennoch flüssig und angenehm zu lesen hat der Autor viele Fachbegriffen in sein Buch eingebunden und so konnte ich ein bisschen neues Wissen für mich mitnehmen.

„Dein letzter Tag“ von A. J. Rich ist ein Psychothriller, der leider ohne große Überraschungen oder unvorhersehbaren Wendungen auskommt. Wer aber genau das an seinen Büchern mag und einen angenehmen Schreibstil zu schätzen weiß, sollte mal einen Blick auf „Dein letzter Tag“ werfen.

Bewertung

2 von 5 Bücher

2 von 5

 

 

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