Rezension »Damaris 01 – Der Greifenorden von Chakas« von C.M. Spoerri

damaris c.m. spoeri

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»Damaris 01 – Der Greifenorden von Chakas«
von C.M. Spoerri

Sternensand Verlag, Juli 2020
ASIN: B0892PNGRD
415 Seiten
Preis: 4,99€ eBook

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Inhalt

Cilian, Leiter des Greifenordens in Chakas, staunt nicht schlecht, als eine junge Frau mit ihrem Greif im Orden auftaucht – jung, verbunden, untrainiert. Und überaus faszinierend.
Damaris, gerade mit ihrem Greif Schneeflocke in Chakas angekommen, würde am liebsten direkt wieder zurück in die Talmeren fliegen. Chakas ist zu voll, zu warm und ihre Mitschüler im Greifenorden ein Albtraum. Aber sie hat ihrer Schwester versprochen, zu lernen, ihre Magie zu beherrschen. Außerdem sind die blauen Augen vom Leiter des Greifenordens, sehr anziehend, sehr geheimnisvoll und sehr traurig. Damaris will diese Augen ergründen und hinter ihr Geheimnis kommen, nicht ahnend, dass sie sich dabei in Gefahr begibt…

Fazit

Endlich gibt es ein neues Abenteuer aus Altra

Mit »Damaris – Der Greifenorden von Chakas« hat C. M. Spoerri ein neues Abenteuer aus Altra veröffentlicht – Zeit wurde es!

Die »Damaris«-Trilogie ist unabhängig von den bisherigen Geschichten aus Altra zu lesen, wer aber bereits mit C. M. Spoerri in Altra unterwegs war, wird alte Bekannte treffen – allen voran Cilian, der hier endlich seine eigene Geschichte bekommt.
Neben bekannten Figuren treffen Leser*innen aber auch neue Charaktere, allen voran Protagonistin Damaris. Sie ist jung, stur, zielstrebig, tough und hat das Herz am rechten Fleck. Aber nicht nur mit der jungen Frau hat C. M. Spoerri wieder einen spannenden Charakter geschaffen, sogar noch besser hat mir der Greifenreiter Adrién gefallen: harte Schale, mysteriös und ein typischer Fall von „stille Wasser sind tief“.

Spannend. Magisch. Kurzweilig.

C. M. Spoerri nutzt in »Damaris – Der Greifenorden von Chakas« verschiedene stylistische Mittel, um die Geschichte von Cilian, dem einsamen Ordensleiter, und Damaris, dem jungen Energiebündel, von Beginn an spannend zu gestalten. So erzählen ausgewählte Charaktere die Geschichte abwechselnd, was einen guten Einblick in die Gefühle und der Gedanken der Charaktere erlaubt und sie lebendig wirken lässt. Zum Wechsel der Perspektiven kommt noch ein Wechsel der Zeiten – sowohl Cilian als auch Damaris erzählen erst nach und nach von ihrer Vergangenheit, die sie geformt hat.

Gekonnt baut C. M. Spoerri die Geschichte um Cilian und Damaris auf, dabei steht die zarte Verbindung der beiden in Vordergrund, aber ohne den Handlungssträngen den Raum zu stehlen:
Die Zukunft des Greifenordens, die seit Jahren von anderen Magierräten in Chakas torpediert wird, steht diesmal wirklich auf dem Spiel. Cilian und Damaris haben dabei alle Hände voll zu tun, um den Zufluchtsort für Greife zu erhalten.
Die Frage, die sich dabei aufdrängt ist, ob C. M. Spoerri hier eine größere Bedrohung im Petto hält, die sich ihren Weg nach Altra bahnen will. Ich bin gespannt, was C. M. Spoerri hier in den kommenden Bänden für ihre Leser*innen bereithält.

»Damaris – Der Greifenorden von Chakas « ist so vieles: spannend, lebendig, mitnehmend, magisch. Ich habe jede Stunde mit Damaris, Cilian und Adrién genossen und freue mich auf die Fortsetzung der Reihe.

Bewertung

5 Bücher
5 von 5

Autorin

C.M. Spoerri

C.M. Spoerri wurde 1983 geboren und lebt in der Nähe von Zürich. Mit „Alia – Der magische Zirkel“ erschien im März 2014  nicht nur der Debütroman von C.M. Spoerri, sondern auch der Auftakt einer mitreißenden Fantasy-Saga.
Im September 2015 gründete die Autorin den Sternensand Verlag und veröffentlich seither nicht nur ihre eigenen Bücher unter dem Sternenbanner, sondern auch die Werke von u.a. Jasmin Romana Welsch, Maya Shepherd oder Carolin Emrich.

Website · Facebook · Sternensand Verlag


Weitere Meinungen zu »Damaris – Der Greifenorden von Chakas« von C.M. Spoerri

Anni’s Bücherparadies (5/5)
Books, Beauty and Creativity (o.A.)
Manjas Buchregal (5/5)


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Außerdem von C.M. Spoerri gelesen


Gewinnspiel

Gewinn:
1 x Taschenbuch aus der »Damaris 01« nach Wahl + 1x Goodiepaket

So geht’s:
Beantworte bis einschließlich 03.07.2020 die Tagesfrage als Kommentar auf dem Blog oder auf Facebook oder in der Veranstaltung und sammele so je teilnehmenden Blog ein Los.

Tagesfrage:
Wenn du ein magisches Geschöpf wärst, was wärst Du?

Teilnahmebedingungen:
– Du bist über 18 Jahre alt oder besitzt eine Einverständniserklärung Deiner Eltern.
– Du hast einen Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.
– Du bist damit einverstanden, dass Dein Name im Gewinnfall öffentlich bekannt geben wird
– Keine Haftung für auf dem Versandweg Verlorenes
– Keine Barauszahlung des Gewinns möglich
– Der Gewinner werden schnellstmöglich bekannt gegeben.
– Teilnahmeschluss ist der 03.07.2019 23.59 Uhr


Cover : Sternensand Verlag

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Rezension »Whisper Network« von Chandler Baker

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»Whisper Network«
von Chandler Baker

HYENE Verlag, März 2020
ISBN-13: 978-3-4532-7288-0
480 Seiten
Preis: 15,99€ eBook |20,00€ Hardcover

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Klappenext

Sloane, Ardie, Grace und Rosalita leiden seit Jahren unter ihrem Vorgesetzten Ames. Zu seinem Verhalten Frauen gegenüber gab es schon immer Gerüchte. Gerüchte, die die Firmenleitung stets ignorierte oder unter den Teppich kehrte. Aber jetzt soll Ames zum Geschäftsführer befördert werden. Allerdings haben die Zeiten sich geändert, und genug ist genug. Die vier Frauen wissen: Sie müssen Ames‘ Aufstieg unbedingt verhindern. Und wenn ihre Worte wie üblich nicht gehört werden, dann müssen sie eben handeln …

Fazit

Darf ich als Frau, als Betroffene sexueller Gewalt, einen feministischen Roman über Strukturen, die #metoo ermöglichen, nicht gelungen finden? Ist das unsolidarisch? Ich weiß nicht, wie ich die Rezension formulieren soll, die Themen sind so wichtig, die Umsetzung hat mir aber gar nicht gefallen.

#metoo ist endlich in der Belletristik angekommen! Meine Erwartungen an »Whisper Network« waren hoch, meine Enttäuschung groß. Chandler Baker hat so viele wichtige Themen für die Frauenwelt in diesem Roman gepackt: Macht von Vorgesetzen und die Sexualisierung dieser, Solidarität, Mobbing, Berechnung von Frauen, die Ohnmacht gegenüber alten Strukturen und die Verharmlosung sexueller Gewalt.

Mit der Gestaltung ihrer Charaktere hat Chandler Baker das volle Potential dieser Themen aber verschenkt.

Die Charaktere.

Chandler Baker erzählt die gesammelte #metoo Geschichten anhand von vier Charakteren:
Sloane, Mutter einer Tochter, die in der Schule gemobbt wird, Abteilungsleiterin.
Ardie, alleinerziehend, Mutter eines kleinen Sohnes, Freundin und Mitarbeiterin von Sloane.
Grace, gerade Mutter geworden, ebenfalls Mitarbeiterin und Freundin von sloane.
Rosalie, Mutter eines Sohnes, reinigt die Büroräume von Sloane, Ardie und Grace. Hat eine Verbindung zu Ardie.

Ja, richtig, alles erzählende Charaktere sind Mütter. Frauen, die das Gefühl haben, dass ihre Stimmen in der Firma nichts zählen, sie ihre Kinder in der harten Geschäftswelt verschweigen müssen und ihre Kinder ihre Karrieren behindern, wären Kinderbilder bei den männlichen Kollegen bestaunt werden und dem Vater für die Verantwortung und die Doppelbelastung auf die Schulter geklopft wird.
Mit einigen Erlebnissen der Mütter konnte ich mich identifizieren, bei einigen Vorstellungsgesprächen wurde mal mehr mal weniger direkt nach meinem Kinderwunsch gefragt. Als kinderlose Frau Anfang 30 scheint mant für manche Firmen eher eine wandelnde Gebärmutter zu sein, die quasi jeden Moment schwanger wird. Kompetenz zählt da scheinbar nicht.
Dennoch hätte ich mir hier mehr Möglichkeit zur Identifizierung gewünscht – einen Charakter, der nicht Mutter ist. Zwar thematisiert Chandler Baker einige Vorurteile gegen Frauen an Abigail, Sloanes Teenagertocher, die sich dem Mobbing von Jungs stellen muss und deren Verhalten mit „Jungs machen das so“ gerechtfertigt wird, aber so ganz konnte ich mich damit dann auch nicht mehr identifizieren.

Das Arschloch.

Komplementiert werden die Figuren in »Whisper Network« von Ames. Ames ist der Vorgesetzte von Sloane, Ardie und Grace. Als der Geschäftsführer der Firma stirbt, gilt er als heißer Kandidat für die Nachfolge. Er ist geschmeichelt, bei Sloane, Grace und Ardie bricht kalter Schweiß aus. Für die Frauen, die alle eine eigene Geschichte mit Ames verbindet, steht fest, dass er nicht Geschäftsführer werden darf.
Also machen sie sich daran das zu verhindern, die Liste mit Namen von Geschäftsmännern aus Dallas, die angeblich sexuell Übergriffig geworden sein sollen. Über die Liste wird nur hinter vorgehaltener Hand geredet, niemand will die Liste erstellt haben – für Sloane ist sie das Mittel, um Ames zu bremsen. Völlig unreflektiert, was dieser Schritt bedeuten kann, setzt sie Ames Namen auf die Liste.

ACHTUNG SPOILER – Text ausklappen
Dieser Fakt stört mich wirklich sehr. Sloane denkt nicht über die Konsequenzen eines Namens auf der Liste nach. Hat Ames das verdient? Wenn man das ganze Buch liest: Holy Shit, der Dude hat ganz anderes verdient. Nur mit der Lite ist er gut dabei weggekommen. Aber ich verstehe Sloanes Eifer nicht. Sie hatte eine Affäre mit Ames und nach der Beendigung von ihr aus, war Ames ein ekliges Arschloch, aber eine Rechtfertigung für den Eifer, den sie in seine berufliche Vernichtung steckt, sehe ich da nicht.
 

Chandler Baker geht in »Whisper Network« leider viel zu wenig darauf ein, welche Konsequenzen diese Liste haben kann und spricht auch nicht deutlich genug an, dass all diese Namen und Taten auch nur reine Behauptungen sein können.
Und für mich gehört eben auch das zu #metoo – die Macht die Frauen haben, wenn sie jemanden fälschlicherweise beschuldigen.

Die Ausführung.

Chandler Baker hat einen tollen Schreibstil. Einfach, aber nicht langweilig erklärt sich auch rechtliche Aspekte, lockert die Ezählung ihrer Geschichte durch eingestreute Verhörprotokolle aus und hält die Spannungskurve durch späte Enthüllungen mit vorausgehenden Andeutungen konstant in der Mitte. Die Kapitelübergange empfand ich zum Teil wirr, es fiel mir manchmal schwer herauszufinden, mit wem ich in diesem Kapitel unterwegs bin.
Gelungen sind Chandler Baker einige Szenen, in denen ich mich erkannt habe und mich selbst ernsthaft gefragt habe: Warum mache ich das? Warum ist es zum Beispiel so unangenehm mit einem Tampon auf die Toilette zu gehen, obwohl der weibliche Zyklus etwas ganz Natürliches ist?

Ein „geistreicher Thriller“ wie auf dem Cover geschrieben wird, sehe ich in »Whisper Network« nicht. Der Thriller kommt hier erst im letzten Viertel raus, davor ist es eher ein „Ich wäre gerne ein Frauen Empowerment Roman“, der mir zu viel ist. Zu viel kommt zusammen, immer setzt eine der Frauen noch einen drauf, ein Kommentar ist bissiger als das andere.
Leider wirken drei der vier Protagonistinnen oft eher wie verbitterte Stereotypen, die nicht den Feminismus vertreten, um ihn zu vertreten, sondern die ihre Abneigung gegen Männer(macht) hinter Feminismus verstecken.
Erst in Epilog und Danksagung kommt die Botschaft heraus, die ich gerne au jeder der 480 Seiten gelesen hätte.

Das Schlimme ist, das so zu schreiben, fühlt sich nach Bagatellisieren an. Und das soll es doch gar nicht sein. Aber ich hätte mir einfach so viel anderes hier gewünscht, zum Beispiel weniger Ereignisse und mehr Auseinandersetzung mit den einzelnen Themen.

Liebe Leser*innen – Nein heißt nein! Bitte macht euch Sexismuss jeglicher Art in eurem Alltag bewusst und sucht euch Hilfe/Unterstützung, wenn ihr (sexuelle) Gewalt – ob verbal oder nonverbal erlebt oder bietet Hilfe und Unterstützung an, wenn ihr (sexuelle) Gewalt beobachtet.

Bewertung

2 von 5 Bücher
2 von 5

Autorin

Chandler Baker ist studierte Juristin und arbeitete bei einer Sportfirma in Dallas. Sie arbeitet mittlerweile als Familienanwälting und lebt mit ihrer Familie in Austin, Texas.
Ihr Karriere als Schriftstellerin startete sie als Ghroswrtierin von Büchern für Jugendliche und junge Erwachsene. Heute veröffentlicht die Autorin ihre Werke unter ihrem eigenen Namen.

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Weitere Meinungen zu »Whisper Network« von Chandler Baker

Stehauffrau (o.A.)
oneday2bookblog (o.A.)

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Rezension »Anouks Spiel« von Akram El-Bahay

anouks spiel akhram el bahay

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»Anouks Spiel«
von Akram El-Bahay

Ueberreuter Verlag, Februar 2020
ISBN-13: 978-3-7641-5168-3
384 Seiten
Preis: 12,99€ eBook | 14,95€ Hardcover

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Inhalt

Jedes Jahr zu ihrem Geburtstag trägt Anouk einen ganz besonderen Wunsch im Herzen. Dieses Jahr wird ihr Wunsch zu einem Albtraum.

Anouk liebt ihren Geburtstag. Aber dieses Jahr ist alles anders. Dieses Jahr gibt es auch ihre Schwester Maya und seit Mayas Geburt muss Anouk die Aufmerksamkeit ihrer Eltern teilen. Anouk ist eifersüchtig.
Am Abend vor ihrem Geburtstag setzt sich ihrem Herzen ein dunkler Wunsch fest: Sie hätte ihre gerne Eltern gerne wieder für ich allein.
Am nächsten Morgen ist die Reue groß, doch Maya ist schon verschwunden und niemand außer Anouk erinnert sich an den kleinen Säugling.
Verzweifelt ergreift Anouk die einzige Chance ihren Wunsch rückgängig zu machen: Sie tritt in einem magischen Spiel gegen den dunklen Prinzen an. Vier Runden gegen einen Kontrahenten, der immer schneller zu sein scheint und Anouk am Ende vor eine unmögliche Wahl stellt, einzig mit einem exzentrischen Affen als Hilfe an der Seite, entscheiden über Mayas Zukunft.

Fazit

Phantastisch. Märchenhaft. Mitnehmend. »Anouks Spiel« von Akram El-Bahay ist die spannende Geschichte der fast 13-jährigen Anouk, die geleitet durch einen Moment der Eifersucht einen dunklen Herzenswunsch äußert.
Sie hätte ihre Eltern gerne wieder für sich alleine und will keine Aufmerksamkeit mehr mit ihrer kleinen Schwester teilen. Anouks Wunsch wird erhört, am nächsten Morgen ist es, als hätte es Maya nie gegeben.
Anouk ist verzweifelt, was hat sie sich da nur gewünscht? In ihrer Reue erhält sie ein mysteriöses Paket. Ein Geschenk, denkt sie erst. Doch in Wahrheit ist das enthaltene Brettspiel die letzte Chance für Anouk ihre kleine Schwester zurückzubekommen.

Tolle Charaktere. Magie. Spannung.

In dem Brettspiel muss sich Anouk dem dunklen Prinzen stellen. Ein mysteriöser Gegenspieler, der Anouk immer wieder Steine in den Weg legt und ihr immer einen Schritt voraus zu sein scheint.
Aber Anouk ist nicht alleine, ihr steht der sehr selbstbewusster, exzentrischer, manchmal etwas nerviger, Affe -‚tschuldigung Schimpanse!- Pan als Begleiter zur Seite.

Zusammen mit Pan betritt Anouk das Spiel, vier Spielgebiete -Wald, Wüste, Meer, Berge – wollen bewältigt werden. Von nun an kreuzen Menschen, Fabelwesen, sprechende Tiere und andere Unmöglichkeiten Anouks Weg.
Die Welt, der Autor Akram El-Bahay mit seinem bildhaften Schreibstil so wunderbar Leben einhaucht, besticht durch ihre Originalität und Vielfalt. Akram El-Bahay hat hier eine bunte Spielwiese für die Fantasie seiner (jungen) Leser*innen geschaffen.

Das Salz in der Suppe

Kleiner Wermutstropfen an der Umsetzung dieser großartigen Idee von Akram El-Bahay ist die Wiederholung. Alle vier Spielrunden ähneln sich im Ablauf sehr: Anouk ist dem Sieg der Runde zum Greifen nahe und der dunkle Prinz stellt sie vor eine scheinbar unmögliche Wahl. Hier hätte ich mir mehr Abwechslung gewünscht. Auch mehr Hintergründe für einige Situationen, Entwicklungen oder Figuren wie den Spielemacher, hätten mir hier sehr gut gefallen. Wett macht das Anouk, sie ist eine authentische, tolle Protagonistin mit dem Herz am rechten Fleck. Sie wächst an den Herausforderungen und Aufgaben, die sie bewältigt und lernt viel über sich selbst.

Kein schnödes Happy End – ein Ende mit Message!

»Anouks Spiel« von Akram El-Bahay ist die märchenhaft-spannende Rettungsmission einer fast 13-jährigen, auf der Kennenlernreise ihrer selbst. Besonders gelungen – gerade für die Zielgruppe – finde ich das Ende der Geschichte, kein schnödes Happy End, sondern Ende mit Message!
Es geht um Mitgefühl, Empathie, sich selbst verstehen, sich selbst treu zu bleiben und aus eigenen Fehlern zu lernen.

»Anouks Spiel« ist ein toller Jugendroman und eine Empfehlung für alle Leser*innen, die sich ein spannendes, lebendig erzähltes, mysteriöses Abenteuer mit Tiefgang und Wortwitz wünschen.

Bewertung

Bewertung 3,5
3,5 von 5

Autor

Akram El-Bahay wurde 1976 geboren, ist Schriftsteller und Journalist. Als Kind eines ägyptischen Vaters und einer deutschen Mutter wuchs der Autor mit den Einflüssen von zwei Kulturkreisen auf. Elemente dieser Einflüsse finden sich auch in seinen Romanen wieder: klassische Fantasy-Geschichten um Drachen und Magie, die ebenso sehr an Klassiker wie den „Herrn der Ringe“ als auch an orientalische Märchen erinnern.

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Weitere Meinungen zu »Anouks Spiel« von Akram El-Bahay

Prettyigers Bücherregal (3,5 /5)
Hörnchens Büchernest (5/5)
Skyline of Books (5/5)

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Cover: Ueberreuter Verlag
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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REZENSION: »Das Haus der tausend Welten« von T.S.ORGEL

Haus der Tausend Welten T.S. Orgel

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»Das Haus der tausend Welten«
von T.S. Orgel

HEYNE Verlag, Februar 2020
ISBN-13: 978-3-4533-1979-0
592 Seiten
Preis: 11,99€ eBook | 14,99€ Taschenbuch

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Inhalt

Nach über 60 Jahren ist es wieder soweit, das Tor wurde geöffnet…

Über 16 Menschen, 3 Gruppen, 1 Ziel – Das Haus der aufgehenden Sonne. Alter Hauptsitz der Magiergilde und heute berühmt-berüchtigtes Gasthaus, zumindest in den unteren Etagen. Was hinter dem Tor am Ende der Galerie des ersten Stocks liegt, weiß nämlich niemand so genau. Der wertvollste aller Schätze soll es sein, unendlich viele Räume voller Gold und Artefakte. Mächte, die einem die Welt zu Füßen legen – sagen die Gerüchte, die seit Jahrhunderten durch die Straßen Atails wehen.

Fremde, Freunde, Feinde – um dem ehemaligen Sitz der Magiergilde sein Geheimnis zu entreißen und den Gefahren zu trotzen, bilden sich ungewöhnliche Bündnisse. Was erwartet die Schatzsucher in dem Haus mit den vielen Räumen und wieso ist noch nie zuvor jemand wieder lebend aus dem Turm der Magier zurückgekehrt?

Fazit

»Das Haus der tausend Welten« von T.S. Orgel zu lesen ist wie einen guten, alten Abenteuerfilm gucken. 3 Gruppen mit demselben Ziel brechen auf, um noch vor allen anderen das Haus der tausend Welten zu erkunden und zu plündern. Ein spannendes Wettrennen um einen Schatz, dessen Preis keiner wirklich kennt.

Vielschichtige Charaktere. Spannung. Mega Setting.

Die drei Gruppen könnten unterschiedlicher nicht sein. Da haben wir einmal die Gang aus der Jurdagasse unter Führung der recht humorlosen, aber effizienten Stern.
Eigentlich hält sich die Gang mit kleineren Überfallen und Diebstählen in Atail über Wasser und lebt alles andere als im Überfluss.
Zusammen mit dem Groog, Kratzer, Ensu, Marai, Pelly und Fuchs bricht Stern in das Unbekannte auf. Der Gang schließt sich noch Ako an, die erst just am Morgen des Aufbruchs in Atail ankam.

Dann haben wir die Guam, Gesandte und offizielle Stimme des Kaisers in Atail, mit ihrem Gefolge und Söldnerin Baelis aufbricht.
Und Mlima, eine Institution der Unterwelt Atails und Besitzerin des Hauses der aufgehenden Sonne. Mit ihr bricht unfreiwillig Salter, kaiserlicher Magister, auf, um das Geheimnis jenseits des Tores zu erkunden.

T.S. Orgel haben es wieder getan

T.S. Orgel haben ihre Charaktere wieder lebendig und auffallend vielschichtig konzipiert. Wer bereits andere Bücher, zum Beispiel »Die Blausteinkriege«-Trilogie kennt, weiß, dass es kein einfaches Gut und Böse bei den beiden Autoren gibt. Die Charaktere haben ihre Motive und ihre Vergangenheit, die sie zu denen macht, die sie sind. Und wer bereit ist, auch mal die Betrachtungsweise zu ändern, wird feststellen, dass manche Handlung der Charaktere nachvollziehbar wird. So falsch sie von außen auch scheinen.
Es ist immer wieder erfrischend, wenn Charaktere so differenziert dargestellt werden und es keine schwarz-weiße Protagonist-, Antagonist-, Nebenfigur-Klassifizierung gibt.
Jeder Figur trägt zur Entwicklung der Geschichte bei und ist wichtig.
Besonders zu erwähnen sind Fuchs, der mit seiner sarkastischen Art in manchen Situationen den Bogen fast schon überspannt, aber auf dieser Reise auf eine Art mit sich selbst konfrontiert, wie es wohl niemandem sonst. Aber auch darüber hat er seinen Sarkasmus nicht verloren.
Auffallend gelungen ist auch Kratzer. Ein überzeugendes, misogynes, vielleicht auch rassistisches Arschloch, das seine Rolle perfektioniert hat – aber eben auch mehr kann.

Ein Haus, tausende Möglichkeiten

Neben den Charakteren ist auch das Setting gelungen. Es war spannend zu sehen, wie T.S. Orgel den Raum ihrer Geschichte erst verengt haben, um ihn das explosionsartig zu erweitern.
Mit Salter und Ako reisen die Leser*innen erst noch durch das Land, aber unweigerlich laufen alle Erzählstränge in Atail und dann im Gasthaus der aufgehenden Sonne zusammen. Nur um dann mit dem Haus der tausend Welten wieder in schier unmögliche Möglichkeiten überzugehen.

Fesselnd sind aber nicht nur das Setting und die Charaktere, sondern sondern auch die Art der Erzählung. Als Leser*inn wird man durch die abwechselnden Erzählperspektiven schnell durch die Geschichte getragen.
Abwechselnd erzählen Baelis, Ako, Fuchs und Salter die Geschichte, was verwirrend klingt sorgt anfangs für einige lose Fäden, die mit dem Fortlauf der Geschichte zu einem starken Erzählstrang verwoben werden – mit Wendungen, die oft nicht vorhersehbar sind und einer fesselnden Atmosphäre.

Es war mir eine Freude »Das Haus der tausend Welten« zu lesen und ist eine klare Empfehlung von mir. Einziger kleiner Wermutstropfen: Der Klappentext spiegelt den Inhalt nicht gekonnt wider bzw. dürfte zum Teil andere Erwartungen wecken. Hier könnte bei einer neuen Auflage nachjustiert werden.
Nichtsdestotrotz hatte ich mit »Das Haus der tausend Welten« über 500 Seiten Lesespaß und wurde, wie bisher immer, nicht von T.S. Orgel enttäuscht.

Bewertung

5 Bücher

Autoren

T.S. Orgel und Bücherleser

Hinter dem Pseudonym T.S. Orgel stehen die beiden Brüder Tom und Stephan Orgel. Wenn sie nicht schreiben, sind sie als Grafikdesigner und Werbetexter bzw. Verlagskaufmann unterwegs.
2012 erschien mit »Orks vs. Zwerge« der erste gemeinsame Roman von T.S. Orgel.

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Weitere Meinungen zu »Das Haus der tausend Welten« von T.S. Orgel

Seitenzauberin (o.A.)
Weltenwanderer (3,5/5)

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Mehr Rezensionen zu Büchern von T.S. Orgel


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»Tara und Tahnee – Verloren im Tal des Goldes« von Patrick Hertweck

Tara und Thanee Verloren im Tag des Goldes Patrick Hertweck

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»Tara und Tahnee – Verloren im Tal des Goldes«
von Patrick Hertweck

Thienemann Verlag, Februar 2020
ISBN-13: 978-3-5221-8467-0
304 Seiten
Preis: 12,99€ eBook | 15€ Hardcover

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Inhalt

Zwei junge Mädchen, zwei Welten, ein Geheimnis.

Tara und Tahnee könnten gar nicht unterschiedlicher aufwachsen, die eine lebt gut behütet im großen Haus auf dem Hügel in San Francisco bei ihrem Großvater, die andere in der Hütte im Wald bei ihrem Vater.
In dieser Hütte wartet Tahnee auf die Rückkehr ihres Vaters, der schon längst zurück sein wollte. Als statt ihres Vaters ein Kopfgeldjäger auftaucht überschlagen sich die Ereignisse. Tahnee muss ihrem Vater helfen und so macht sich das junge Mädchen alleine auf den Weg aus der Wildnis nach San Francisco, auf der Suche nach dem Mann, der in dem großen Haus auf dem Hügel wohnt und dem Geheimnis, dass dort so lange gehütet wird.

Fazit

Als ich das erste Mal gelesen habe, dass im Februar 2020 ein neues Buch von Patrick Hertweck erscheint, machte mein Herz einen kleinen Satz vor Freunde. »Maggie und die Stadt der Diebe« ist eines der Bücher, dass ich immer mal wieder lese und jetzt gab es etwas Neues aus der Feder, die auch Maggie erschaffen hat. Ich habe mich wirklich auf »Tara und Tahnee – Verloren im Tal des Goldes« gefreut. Zurecht.

Eine spannende und vielfältige Reise beginnt

»Tara und Tahnee – Verloren im Tal des Goldes« spielt im wilden Westen – Kopfgeldjäger, Cowboys, Goldfieber und Rassismus prägen die Gesellschaft.

Im der rauen Wildnis, wo der Revolver das Gesetz macht lebt die junge Tahnee mit ihrem Vater in einfachen Verhältnissen. Eine Hütte im Wald, genügen Essen, geflickte Kleidung – Tahnee lebt gut, aber nicht im Überfluss.
Ihre Welt zerfällt, als ein Kopfgeldjäger aus San Francisco auf der Suche nach ihrem Vater vor der Tür steht. Mit dem Versprechen an ihren Vater, sich nach San Francisco durchzuschlagen, muss Tahnee alleine reisen.
Eine Reise, die sie viel sehen lässt: Angst, Rassismus, Freundschaft und Hilfsbereitschaft. Da ist zum Beispiel die Begegnung mit dem jungen Indianer, der nicht die Erde verlässt, unter der sein Volk verrottet, weil die weißen Siedler Krankheiten mitgebracht haben. Und die Begegnung mit einem entflohenen Sklave, der sich dumm stellt, weil das Leben mit weißen Cowboys für einen dummen Schwarzen einfacher ist, als für einen intelligenten.
Es macht Freude zu lesen, wie offen, mutig, stark sich Tahnee auf ihrer Flucht verhält und wie sie an ihren Erlebnissen wächst.

Ein krasser kontrast

Einen starken Kontrast dazu bildet Tara, die die Leser*innen anfangs vor allem über Briefe kennenlernen. Sie schreibt ihrer Mutter, was sie unter der Obhut ihres Großvaters alles erlebt. Dabei sind ihre Tage anfangs wenig abwechslungsreich, sie wächst sehr behütet fernab des Trubels in San Francisco hinter einer Mauer auf.
Sie ist zwar neugierig, hinterfragt anfangs aber wenig. Erst als ein Mann versucht ihre Kutsche zu stoppen, dann abends über die Grundstücksmauer klettert und ihr Großvater einen Schock erleidet, fängt Tara an ihr Leben, die zurückhaltenden Antworten ihrer Nanny und das Schweigen ihres Großvaters zu hinterfragen.

Mit fortlaufender Geschichte verwebt Patrick Hertweck auf gelungene Art und weise die Schicksale von Tara und Tahnee immer enger miteinander, die ihre Erlebnisse zuvor in abwechselnden Kapiteln erzählen.

Patrick Hertweck ist hier wieder etwas ganz Wunderbares gelungen. Wie »Maggie und die Stadt der Diebe« gehört auch »Tara und Tahnee – Verloren im Tal des Goldes« zu jenen Büchern, die man aufschlägt und sofort entführt wird.
Die Charaktere sind lebendig, detail- und facettenreich mit Liebe ausgearbeitet, haben eine ganz besondere Dynamik und sind starke Persönlichkeiten mit Herz. Sie fügen sich perfekt in diesen spannenden Abenteuerroman ein, der wie ein Kinofilm vor dem inneren Auge abläuft. Man schmeckt regelrecht den Staub der Straße, hört die Pferde und riecht das Schießpulver.

Bewertung

5 Bücher

Autor

Patrick Hertweck wurde 1972 geboren, hat drei Söhne und lebt in Freiburg im Breisgau. Nach dem Abitur bereite der Autor viele Gegenden Europas mit dem Fahrrad. Danach arbeitete er jahrelang im Management eines Medienunternehmens, bis er seine heimliche Passion zum Beruf machte.
2015 veröffentlichte der freie Schriftsteller sein Debüt »Maggie und die Stadt der Diebe«.

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Weitere Meinungen zu »Tara und Tahnee – Verloren im Tal des Goldes« von Patrick Hertweck

Buchmagie (o.A.)
Claudis Gedankenwelt (5/5)
Lesen im Mondregen (5/5)

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Cover: Thienemann
Vielen Dank an den Thienemann Verlag für das Rezensionsexemplar.

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