Rezension »Whisper Network« von Chandler Baker

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»Whisper Network«
von Chandler Baker

HYENE Verlag, März 2020
ISBN-13: 978-3-4532-7288-0
480 Seiten
Preis: 15,99€ eBook |20,00€ Hardcover

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Klappenext

Sloane, Ardie, Grace und Rosalita leiden seit Jahren unter ihrem Vorgesetzten Ames. Zu seinem Verhalten Frauen gegenüber gab es schon immer Gerüchte. Gerüchte, die die Firmenleitung stets ignorierte oder unter den Teppich kehrte. Aber jetzt soll Ames zum Geschäftsführer befördert werden. Allerdings haben die Zeiten sich geändert, und genug ist genug. Die vier Frauen wissen: Sie müssen Ames‘ Aufstieg unbedingt verhindern. Und wenn ihre Worte wie üblich nicht gehört werden, dann müssen sie eben handeln …

Fazit

Darf ich als Frau, als Betroffene sexueller Gewalt, einen feministischen Roman über Strukturen, die #metoo ermöglichen, nicht gelungen finden? Ist das unsolidarisch? Ich weiß nicht, wie ich die Rezension formulieren soll, die Themen sind so wichtig, die Umsetzung hat mir aber gar nicht gefallen.

#metoo ist endlich in der Belletristik angekommen! Meine Erwartungen an »Whisper Network« waren hoch, meine Enttäuschung groß. Chandler Baker hat so viele wichtige Themen für die Frauenwelt in diesem Roman gepackt: Macht von Vorgesetzen und die Sexualisierung dieser, Solidarität, Mobbing, Berechnung von Frauen, die Ohnmacht gegenüber alten Strukturen und die Verharmlosung sexueller Gewalt.

Mit der Gestaltung ihrer Charaktere hat Chandler Baker das volle Potential dieser Themen aber verschenkt.

Die Charaktere.

Chandler Baker erzählt die gesammelte #metoo Geschichten anhand von vier Charakteren:
Sloane, Mutter einer Tochter, die in der Schule gemobbt wird, Abteilungsleiterin.
Ardie, alleinerziehend, Mutter eines kleinen Sohnes, Freundin und Mitarbeiterin von Sloane.
Grace, gerade Mutter geworden, ebenfalls Mitarbeiterin und Freundin von sloane.
Rosalie, Mutter eines Sohnes, reinigt die Büroräume von Sloane, Ardie und Grace. Hat eine Verbindung zu Ardie.

Ja, richtig, alles erzählende Charaktere sind Mütter. Frauen, die das Gefühl haben, dass ihre Stimmen in der Firma nichts zählen, sie ihre Kinder in der harten Geschäftswelt verschweigen müssen und ihre Kinder ihre Karrieren behindern, wären Kinderbilder bei den männlichen Kollegen bestaunt werden und dem Vater für die Verantwortung und die Doppelbelastung auf die Schulter geklopft wird.
Mit einigen Erlebnissen der Mütter konnte ich mich identifizieren, bei einigen Vorstellungsgesprächen wurde mal mehr mal weniger direkt nach meinem Kinderwunsch gefragt. Als kinderlose Frau Anfang 30 scheint mant für manche Firmen eher eine wandelnde Gebärmutter zu sein, die quasi jeden Moment schwanger wird. Kompetenz zählt da scheinbar nicht.
Dennoch hätte ich mir hier mehr Möglichkeit zur Identifizierung gewünscht – einen Charakter, der nicht Mutter ist. Zwar thematisiert Chandler Baker einige Vorurteile gegen Frauen an Abigail, Sloanes Teenagertocher, die sich dem Mobbing von Jungs stellen muss und deren Verhalten mit „Jungs machen das so“ gerechtfertigt wird, aber so ganz konnte ich mich damit dann auch nicht mehr identifizieren.

Das Arschloch.

Komplementiert werden die Figuren in »Whisper Network« von Ames. Ames ist der Vorgesetzte von Sloane, Ardie und Grace. Als der Geschäftsführer der Firma stirbt, gilt er als heißer Kandidat für die Nachfolge. Er ist geschmeichelt, bei Sloane, Grace und Ardie bricht kalter Schweiß aus. Für die Frauen, die alle eine eigene Geschichte mit Ames verbindet, steht fest, dass er nicht Geschäftsführer werden darf.
Also machen sie sich daran das zu verhindern, die Liste mit Namen von Geschäftsmännern aus Dallas, die angeblich sexuell Übergriffig geworden sein sollen. Über die Liste wird nur hinter vorgehaltener Hand geredet, niemand will die Liste erstellt haben – für Sloane ist sie das Mittel, um Ames zu bremsen. Völlig unreflektiert, was dieser Schritt bedeuten kann, setzt sie Ames Namen auf die Liste.

ACHTUNG SPOILER – Text ausklappen
Dieser Fakt stört mich wirklich sehr. Sloane denkt nicht über die Konsequenzen eines Namens auf der Liste nach. Hat Ames das verdient? Wenn man das ganze Buch liest: Holy Shit, der Dude hat ganz anderes verdient. Nur mit der Lite ist er gut dabei weggekommen. Aber ich verstehe Sloanes Eifer nicht. Sie hatte eine Affäre mit Ames und nach der Beendigung von ihr aus, war Ames ein ekliges Arschloch, aber eine Rechtfertigung für den Eifer, den sie in seine berufliche Vernichtung steckt, sehe ich da nicht.
 

Chandler Baker geht in »Whisper Network« leider viel zu wenig darauf ein, welche Konsequenzen diese Liste haben kann und spricht auch nicht deutlich genug an, dass all diese Namen und Taten auch nur reine Behauptungen sein können.
Und für mich gehört eben auch das zu #metoo – die Macht die Frauen haben, wenn sie jemanden fälschlicherweise beschuldigen.

Die Ausführung.

Chandler Baker hat einen tollen Schreibstil. Einfach, aber nicht langweilig erklärt sich auch rechtliche Aspekte, lockert die Ezählung ihrer Geschichte durch eingestreute Verhörprotokolle aus und hält die Spannungskurve durch späte Enthüllungen mit vorausgehenden Andeutungen konstant in der Mitte. Die Kapitelübergange empfand ich zum Teil wirr, es fiel mir manchmal schwer herauszufinden, mit wem ich in diesem Kapitel unterwegs bin.
Gelungen sind Chandler Baker einige Szenen, in denen ich mich erkannt habe und mich selbst ernsthaft gefragt habe: Warum mache ich das? Warum ist es zum Beispiel so unangenehm mit einem Tampon auf die Toilette zu gehen, obwohl der weibliche Zyklus etwas ganz Natürliches ist?

Ein „geistreicher Thriller“ wie auf dem Cover geschrieben wird, sehe ich in »Whisper Network« nicht. Der Thriller kommt hier erst im letzten Viertel raus, davor ist es eher ein „Ich wäre gerne ein Frauen Empowerment Roman“, der mir zu viel ist. Zu viel kommt zusammen, immer setzt eine der Frauen noch einen drauf, ein Kommentar ist bissiger als das andere.
Leider wirken drei der vier Protagonistinnen oft eher wie verbitterte Stereotypen, die nicht den Feminismus vertreten, um ihn zu vertreten, sondern die ihre Abneigung gegen Männer(macht) hinter Feminismus verstecken.
Erst in Epilog und Danksagung kommt die Botschaft heraus, die ich gerne au jeder der 480 Seiten gelesen hätte.

Das Schlimme ist, das so zu schreiben, fühlt sich nach Bagatellisieren an. Und das soll es doch gar nicht sein. Aber ich hätte mir einfach so viel anderes hier gewünscht, zum Beispiel weniger Ereignisse und mehr Auseinandersetzung mit den einzelnen Themen.

Liebe Leser*innen – Nein heißt nein! Bitte macht euch Sexismuss jeglicher Art in eurem Alltag bewusst und sucht euch Hilfe/Unterstützung, wenn ihr (sexuelle) Gewalt – ob verbal oder nonverbal erlebt oder bietet Hilfe und Unterstützung an, wenn ihr (sexuelle) Gewalt beobachtet.

Bewertung

2 von 5 Bücher
2 von 5

Autorin

Chandler Baker ist studierte Juristin und arbeitete bei einer Sportfirma in Dallas. Sie arbeitet mittlerweile als Familienanwälting und lebt mit ihrer Familie in Austin, Texas.
Ihr Karriere als Schriftstellerin startete sie als Ghroswrtierin von Büchern für Jugendliche und junge Erwachsene. Heute veröffentlicht die Autorin ihre Werke unter ihrem eigenen Namen.

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Weitere Meinungen zu »Whisper Network« von Chandler Baker

Stehauffrau (o.A.)
oneday2bookblog (o.A.)

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REZENSION: »Das Haus der tausend Welten« von T.S.ORGEL

Haus der Tausend Welten T.S. Orgel

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»Das Haus der tausend Welten«
von T.S. Orgel

HEYNE Verlag, Februar 2020
ISBN-13: 978-3-4533-1979-0
592 Seiten
Preis: 11,99€ eBook | 14,99€ Taschenbuch

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Inhalt

Nach über 60 Jahren ist es wieder soweit, das Tor wurde geöffnet…

Über 16 Menschen, 3 Gruppen, 1 Ziel – Das Haus der aufgehenden Sonne. Alter Hauptsitz der Magiergilde und heute berühmt-berüchtigtes Gasthaus, zumindest in den unteren Etagen. Was hinter dem Tor am Ende der Galerie des ersten Stocks liegt, weiß nämlich niemand so genau. Der wertvollste aller Schätze soll es sein, unendlich viele Räume voller Gold und Artefakte. Mächte, die einem die Welt zu Füßen legen – sagen die Gerüchte, die seit Jahrhunderten durch die Straßen Atails wehen.

Fremde, Freunde, Feinde – um dem ehemaligen Sitz der Magiergilde sein Geheimnis zu entreißen und den Gefahren zu trotzen, bilden sich ungewöhnliche Bündnisse. Was erwartet die Schatzsucher in dem Haus mit den vielen Räumen und wieso ist noch nie zuvor jemand wieder lebend aus dem Turm der Magier zurückgekehrt?

Fazit

»Das Haus der tausend Welten« von T.S. Orgel zu lesen ist wie einen guten, alten Abenteuerfilm gucken. 3 Gruppen mit demselben Ziel brechen auf, um noch vor allen anderen das Haus der tausend Welten zu erkunden und zu plündern. Ein spannendes Wettrennen um einen Schatz, dessen Preis keiner wirklich kennt.

Vielschichtige Charaktere. Spannung. Mega Setting.

Die drei Gruppen könnten unterschiedlicher nicht sein. Da haben wir einmal die Gang aus der Jurdagasse unter Führung der recht humorlosen, aber effizienten Stern.
Eigentlich hält sich die Gang mit kleineren Überfallen und Diebstählen in Atail über Wasser und lebt alles andere als im Überfluss.
Zusammen mit dem Groog, Kratzer, Ensu, Marai, Pelly und Fuchs bricht Stern in das Unbekannte auf. Der Gang schließt sich noch Ako an, die erst just am Morgen des Aufbruchs in Atail ankam.

Dann haben wir die Guam, Gesandte und offizielle Stimme des Kaisers in Atail, mit ihrem Gefolge und Söldnerin Baelis aufbricht.
Und Mlima, eine Institution der Unterwelt Atails und Besitzerin des Hauses der aufgehenden Sonne. Mit ihr bricht unfreiwillig Salter, kaiserlicher Magister, auf, um das Geheimnis jenseits des Tores zu erkunden.

T.S. Orgel haben es wieder getan

T.S. Orgel haben ihre Charaktere wieder lebendig und auffallend vielschichtig konzipiert. Wer bereits andere Bücher, zum Beispiel »Die Blausteinkriege«-Trilogie kennt, weiß, dass es kein einfaches Gut und Böse bei den beiden Autoren gibt. Die Charaktere haben ihre Motive und ihre Vergangenheit, die sie zu denen macht, die sie sind. Und wer bereit ist, auch mal die Betrachtungsweise zu ändern, wird feststellen, dass manche Handlung der Charaktere nachvollziehbar wird. So falsch sie von außen auch scheinen.
Es ist immer wieder erfrischend, wenn Charaktere so differenziert dargestellt werden und es keine schwarz-weiße Protagonist-, Antagonist-, Nebenfigur-Klassifizierung gibt.
Jeder Figur trägt zur Entwicklung der Geschichte bei und ist wichtig.
Besonders zu erwähnen sind Fuchs, der mit seiner sarkastischen Art in manchen Situationen den Bogen fast schon überspannt, aber auf dieser Reise auf eine Art mit sich selbst konfrontiert, wie es wohl niemandem sonst. Aber auch darüber hat er seinen Sarkasmus nicht verloren.
Auffallend gelungen ist auch Kratzer. Ein überzeugendes, misogynes, vielleicht auch rassistisches Arschloch, das seine Rolle perfektioniert hat – aber eben auch mehr kann.

Ein Haus, tausende Möglichkeiten

Neben den Charakteren ist auch das Setting gelungen. Es war spannend zu sehen, wie T.S. Orgel den Raum ihrer Geschichte erst verengt haben, um ihn das explosionsartig zu erweitern.
Mit Salter und Ako reisen die Leser*innen erst noch durch das Land, aber unweigerlich laufen alle Erzählstränge in Atail und dann im Gasthaus der aufgehenden Sonne zusammen. Nur um dann mit dem Haus der tausend Welten wieder in schier unmögliche Möglichkeiten überzugehen.

Fesselnd sind aber nicht nur das Setting und die Charaktere, sondern sondern auch die Art der Erzählung. Als Leser*inn wird man durch die abwechselnden Erzählperspektiven schnell durch die Geschichte getragen.
Abwechselnd erzählen Baelis, Ako, Fuchs und Salter die Geschichte, was verwirrend klingt sorgt anfangs für einige lose Fäden, die mit dem Fortlauf der Geschichte zu einem starken Erzählstrang verwoben werden – mit Wendungen, die oft nicht vorhersehbar sind und einer fesselnden Atmosphäre.

Es war mir eine Freude »Das Haus der tausend Welten« zu lesen und ist eine klare Empfehlung von mir. Einziger kleiner Wermutstropfen: Der Klappentext spiegelt den Inhalt nicht gekonnt wider bzw. dürfte zum Teil andere Erwartungen wecken. Hier könnte bei einer neuen Auflage nachjustiert werden.
Nichtsdestotrotz hatte ich mit »Das Haus der tausend Welten« über 500 Seiten Lesespaß und wurde, wie bisher immer, nicht von T.S. Orgel enttäuscht.

Bewertung

5 Bücher

Autoren

T.S. Orgel und Bücherleser

Hinter dem Pseudonym T.S. Orgel stehen die beiden Brüder Tom und Stephan Orgel. Wenn sie nicht schreiben, sind sie als Grafikdesigner und Werbetexter bzw. Verlagskaufmann unterwegs.
2012 erschien mit »Orks vs. Zwerge« der erste gemeinsame Roman von T.S. Orgel.

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Weitere Meinungen zu »Das Haus der tausend Welten« von T.S. Orgel

Seitenzauberin (o.A.)
Weltenwanderer (3,5/5)

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»Tara und Tahnee – Verloren im Tal des Goldes« von Patrick Hertweck

Tara und Thanee Verloren im Tag des Goldes Patrick Hertweck

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»Tara und Tahnee – Verloren im Tal des Goldes«
von Patrick Hertweck

Thienemann Verlag, Februar 2020
ISBN-13: 978-3-5221-8467-0
304 Seiten
Preis: 12,99€ eBook | 15€ Hardcover

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Inhalt

Zwei junge Mädchen, zwei Welten, ein Geheimnis.

Tara und Tahnee könnten gar nicht unterschiedlicher aufwachsen, die eine lebt gut behütet im großen Haus auf dem Hügel in San Francisco bei ihrem Großvater, die andere in der Hütte im Wald bei ihrem Vater.
In dieser Hütte wartet Tahnee auf die Rückkehr ihres Vaters, der schon längst zurück sein wollte. Als statt ihres Vaters ein Kopfgeldjäger auftaucht überschlagen sich die Ereignisse. Tahnee muss ihrem Vater helfen und so macht sich das junge Mädchen alleine auf den Weg aus der Wildnis nach San Francisco, auf der Suche nach dem Mann, der in dem großen Haus auf dem Hügel wohnt und dem Geheimnis, dass dort so lange gehütet wird.

Fazit

Als ich das erste Mal gelesen habe, dass im Februar 2020 ein neues Buch von Patrick Hertweck erscheint, machte mein Herz einen kleinen Satz vor Freunde. »Maggie und die Stadt der Diebe« ist eines der Bücher, dass ich immer mal wieder lese und jetzt gab es etwas Neues aus der Feder, die auch Maggie erschaffen hat. Ich habe mich wirklich auf »Tara und Tahnee – Verloren im Tal des Goldes« gefreut. Zurecht.

Eine spannende und vielfältige Reise beginnt

»Tara und Tahnee – Verloren im Tal des Goldes« spielt im wilden Westen – Kopfgeldjäger, Cowboys, Goldfieber und Rassismus prägen die Gesellschaft.

Im der rauen Wildnis, wo der Revolver das Gesetz macht lebt die junge Tahnee mit ihrem Vater in einfachen Verhältnissen. Eine Hütte im Wald, genügen Essen, geflickte Kleidung – Tahnee lebt gut, aber nicht im Überfluss.
Ihre Welt zerfällt, als ein Kopfgeldjäger aus San Francisco auf der Suche nach ihrem Vater vor der Tür steht. Mit dem Versprechen an ihren Vater, sich nach San Francisco durchzuschlagen, muss Tahnee alleine reisen.
Eine Reise, die sie viel sehen lässt: Angst, Rassismus, Freundschaft und Hilfsbereitschaft. Da ist zum Beispiel die Begegnung mit dem jungen Indianer, der nicht die Erde verlässt, unter der sein Volk verrottet, weil die weißen Siedler Krankheiten mitgebracht haben. Und die Begegnung mit einem entflohenen Sklave, der sich dumm stellt, weil das Leben mit weißen Cowboys für einen dummen Schwarzen einfacher ist, als für einen intelligenten.
Es macht Freude zu lesen, wie offen, mutig, stark sich Tahnee auf ihrer Flucht verhält und wie sie an ihren Erlebnissen wächst.

Ein krasser kontrast

Einen starken Kontrast dazu bildet Tara, die die Leser*innen anfangs vor allem über Briefe kennenlernen. Sie schreibt ihrer Mutter, was sie unter der Obhut ihres Großvaters alles erlebt. Dabei sind ihre Tage anfangs wenig abwechslungsreich, sie wächst sehr behütet fernab des Trubels in San Francisco hinter einer Mauer auf.
Sie ist zwar neugierig, hinterfragt anfangs aber wenig. Erst als ein Mann versucht ihre Kutsche zu stoppen, dann abends über die Grundstücksmauer klettert und ihr Großvater einen Schock erleidet, fängt Tara an ihr Leben, die zurückhaltenden Antworten ihrer Nanny und das Schweigen ihres Großvaters zu hinterfragen.

Mit fortlaufender Geschichte verwebt Patrick Hertweck auf gelungene Art und weise die Schicksale von Tara und Tahnee immer enger miteinander, die ihre Erlebnisse zuvor in abwechselnden Kapiteln erzählen.

Patrick Hertweck ist hier wieder etwas ganz Wunderbares gelungen. Wie »Maggie und die Stadt der Diebe« gehört auch »Tara und Tahnee – Verloren im Tal des Goldes« zu jenen Büchern, die man aufschlägt und sofort entführt wird.
Die Charaktere sind lebendig, detail- und facettenreich mit Liebe ausgearbeitet, haben eine ganz besondere Dynamik und sind starke Persönlichkeiten mit Herz. Sie fügen sich perfekt in diesen spannenden Abenteuerroman ein, der wie ein Kinofilm vor dem inneren Auge abläuft. Man schmeckt regelrecht den Staub der Straße, hört die Pferde und riecht das Schießpulver.

Bewertung

5 Bücher

Autor

Patrick Hertweck wurde 1972 geboren, hat drei Söhne und lebt in Freiburg im Breisgau. Nach dem Abitur bereite der Autor viele Gegenden Europas mit dem Fahrrad. Danach arbeitete er jahrelang im Management eines Medienunternehmens, bis er seine heimliche Passion zum Beruf machte.
2015 veröffentlichte der freie Schriftsteller sein Debüt »Maggie und die Stadt der Diebe«.

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Weitere Meinungen zu »Tara und Tahnee – Verloren im Tal des Goldes« von Patrick Hertweck

Buchmagie (o.A.)
Claudis Gedankenwelt (5/5)
Lesen im Mondregen (5/5)

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Cover: Thienemann
Vielen Dank an den Thienemann Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Rezension »Angelfall 03 – Am Ende der Welt« von Susan Ee

Angelfall - Am Ende der Welt von Susan Ee»Angelfall 03 – Am Ende der Welt«
von Susan Ee

HEYNE Verlag, Januar 2018
ISBN: 978-3-453-31909-7
432 Seiten
Preis:  9,99€ eBook | 9,99€ Taschenbuch

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Inhalt

Flucht. Überleben.
Seit die Engel die Erde in Chaos gestürzt haben
, gibt es für Penryn nichts anderes mehr. Wieder einmal muss Penryn vor dem Zorn der Engel fliehen, diesmal mit Erzengel Raphael, ihrer Schwester Paige und den schrecklichen Zwitterwesen, die Paige folgen wie brave Haustiere.
Während Penryn Hilfe für ihre Begleiter sucht, rüstet sich die Menschheit für eine letzte Schlacht gegen die Engel. Eine Schlacht, die sie nur mit der Hilfe von Erzengel Raphael zu überleben hoffen dürfen. Der wird aber von seiner Vergangenheit eingeholt und Penryn muss sich entscheiden, ob sie dem Engel, den sie liebt, vertraut oder ob sie ihn wie die anderen Engel bitterlich bekämpfen wird.

Fazit

Epischer Abschluss

»Angelfall – Am Ende der Welt« von Susan Ee ist der würdige, finale Band einer epischen Dystopie. Wie aus den ersten beiden Bänden gewohnt, erzählt Susann Ee die Geschichte von Penryn und Raffe episch, fesselnd, emotionale und mitreißend.

Die Endzeit-Stimmung ist Susan Ee mit ihrem bildhaften, lebendigen Schreibtsil  hervorragend gelungen. Anders als viele andere Autoren von Dystopien, die maximal andeuten, was neben ihrer betrachteten Heldengruppe passiert, wirft Susan Ee immer wieder einen totalen Blick auf den drohenden Untergang der Menschheit. Dabei skizziert sich ein glaubhaftes Szenario des menschlichen Verhaltens. Das Ergebnis ist die bedrückende Endzeit-Stimmung, die die Angelall-Trilogie auszeichnet.

Stark, herzzerreißend, Mitnehmend

Neben der gelungenen Atmosphäre hat mich Susan Ee auch wieder mit ihren Charakteren überzeugt. Penryn ist nach wie vor ein junges Mädchen, dass zu viel zu früh erwachsen werden musste und gelernt hat sich durchzusetzen. Sie lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen und tut alles für diejenigen, die sie liebt. Trotz vieler harter Entscheidungen, die sie für das Überleben treffen musste, hat sie ihre Menschlichkeit nicht eingebüßt.
Auch Erzengel Raphael ist wieder absolut gelungen. Der Gute hat ja nun mehr als einen tiefen Fall von seiner Position im Reich der Engel hinter sich und ist, ohne sein Wesen zu verlieren, menschlicher geworden. Er ist mitfühlender, hinterfragt mehr und hat gelernt, auch mal seinem Herzen zu folgen.
Zusammen sind Penryn und Raffe ein beeindruckendes Duo. Die beiden sind eigentlich Feinde, verlieben sich aber. Dabei lässt Susan Ee die Liebe der beiden aber nicht zu einem schnulzigen Klischee-Gesabbel verkommen, sondern macht aus dieser Liebe etwas besonderes. Penryn und Raffe sind sich die ganze Zeit bewusst, dass sie aus unterschiedlichen Lagern kommen, sich eines Tages möglicherweise auf dem Schlachtfeld gegenüberstehen. Penryn und Raffe bleiben die ganze Zeit sich selbst treu und halten zusammen.
Den Lesern ist die ganze Zeit schmerzlich bewusst, dass sich die beiden irgendwann gegeneinander wenden müssen. Es ist herzzerreißend, authentisch und mitnehmend.

Eine Empfehlung

»Angelfall – Am Ende der Welt« von Susan Ee ist das Ende einer epische Dystopie mit düsterer Atmosphäre. Schnell, fesselnd und abwechslungsreich beendet Susan Ee die spannende Geschichte um Penryn und Raphael stark, authentisch, rau und zärtlich – voller Gefühl und ohne Kitsch.
Die Angelfall-Trilogie ist eine klare Empfehlung für Fans von Dystopien.

 

Bewertung

5 Bücher

5 von 5

AUTORIN

Bevor Susan Ee beschloss ihrer Leidenschaft freien Lauf zu lassen und kreatives Schreiben studierte, war die Autorin Anwältin. Heute lebt Susan Ee in San Francisco, Kalifornien, arbeitet als Autorin und Filmemacherin. Ihre Angelfall-Trilogie wurde bisher in mehr als 20 Sprachen übersetzt und gilt als Welterfolg.

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Weitere Meinungen zu »Angelfall – Am Ende der Welt«
von Susan Ee

Kittty’s Buch- und Filmkiste (2/5)
Anna Salvatore’s Bücherreich (4,5/5)
Teriis Bücherblog (3/5)
BookieDreams (o.A.)

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Die Angefall-Trilogie


(*Anmerkung: Werbung –  Hinter dem verwendeten Buchcovern stecken Affiliate-Links des Amazon Partnerprogramms. Nach §6 TMG ist kommerzieller Inhalt zu kennzeichnen.)
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an den Verlag
Cover: HEYNE Verlag

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Rezension »Never loved before« von Monica Murphy

»Never loved before« (Never-Series 01)
von Monica Murphy

HEYNE Verlag, Juni 2018
ISBN: 978-3-4535-8065-7
512 Seiten
Preis:  8,99€ eBook | 9,99€ Taschenbuch

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Inhalt

Acht Jahre ist es her, dass ein Tag an der Strandpromenade zum Albtraum wurde. Acht Jahre, seit Katherine vom Sohn eines Serienmörder und Pädophilen aus dessen Händen befreit wurde. Acht Jahre, seit Katherine und Will auf der Polizeistation voneinander getrennt wurden.
Acht Jahre, in denen Katherine durch die Hölle gegangen ist.
Jetzt sitzt sie vor einer Kamera und stellt sich erstmals der Öffentlichkeit und ihren Dämonen.
Ethan, der das junge Mädchen von damals in der erwachsenen Frau sofort wiedererkennt, hat nicht nur seine Vergangenheit, sondern auch den Namen hinter sich gelassen, den ihm das Monster von Vater gab. Er macht sich auf die Suche nach Katherine und begeht einen folgenschweren Fehler, der ihn die erhoffte Zukunft mit Katherine kosten kann…

Fazit

Ich habe selten ein Buch gelesen, das mich so im Zwiespalt zurückgelassen hat. Der Schreibstil von Monica Murphy ist gut, Katherine eine tolle Protagonistin und auch die sich entwickelnde Liebe zwischen Ethan und Katherine  im Erwachsenenalter besitzt Tiefe. Leider hat die Autorin die Ausgangssituation falsch angepackt und Ethan als Erwachsenen unsympathische, fragwürdige Charakterzüge verpasst.

Top und Flop – Charaktere sind entscheidend

Katherine ist eine sympathische Protagonistin, die authentisch ihre Geschichte erzählt. Immer wieder konfrontiert sie sich mit dem Grauen ihrer Vergangenheit und gibt nicht auf. Dabei erleidet sie Rückschläge, aber sie geht ihren Weg. Katherine erweckt mit ihrer Art Mitgefühl, verliert sich aber nicht in Vergangenem.
Abwechseln zu Katherine erzählt auch Ethan die Geschichte. Eine Entscheidung, mit der die Autorin sich keinen Gefallen getan hat. Während Ethan aus der Sicht von Katherine beschützend, aufmerksam und liebenswert. Sobald Ethan selbst erzählt wird deutlich, dass er bestimmend ist, wo er vorher beschützend wirkte und sich wie ein krankhafter Stalker verhält, der möchte, dass Katherine nur ihm allein gehört. In Anbetracht der gemeinsamen Vergangenheit der beiden ist das ein Charakterzug, der viel in der Geschichte kaputt gemacht hat. Ich hätte mir mehr Sensibilität von Ethan gewünscht und ihn gerne ehrlicher erlebt.

Die Umsetzung machts

Was »Never loved before« neben Ethan aber wirklich einfach nicht ging und viel für mich kaputt gemacht hat ist ein Moment in der Vergangenheit der beiden. Auf dem zur Polizeistation, nachdem Ethan, damals noch als Will, Katherine gerade aus dem Verschlag befreit hat, schauen sich die beiden an, Katie nimmt Wills Hand und fühlt ein flattern im Magen. Wirklich?!? Das Mädchen wurde gerade nach Tagen des Missbrauchs befreit und fühlt ein Flattern im Magen?
Ich musste selbst mit einer Form des sexuellen Missbrauchs Erfahrung machen und kann diese Regung nicht nachvollziehen. Dieses „Flattern“ ist für mich soweit weg in diesem Moment, dass es einen Schatten auf das restliche Buch wirft.
Wirklich Schade für eine Geschichte, die sich so wunderbar hätte entwickeln können und so wundervoll von Monica Murphy geschrieben wurde.

»Never loved before« von Monica Murphy ist eine Geschichte, auf deren Setting die Leser gefasst sein müssen. Sie bringt hier ein Tabuthema unserer Gesellschaft mit einer Liebesgeschichte in Verbindung. Mutig, aber trotz – ich muss es wiederholen – ihres tollen, flüssigen Schreibstils in der Umsetzung nichts für mein Bücherregal.

Bewertung

 

Autorin

Monica Murphy (links) & Bücherleser, 2017

Fünf Hektar mitten im Nirgendwo von Kalifornien – dort lebt Autorin Monica Murphy mit ihrem Ehemann, drei Kindern, einem Hund und vielen Katzen.
Als bekennende Workaholic liebt die Autorin ihren Beruf und schreibt ständig an neuen Geschichten. Schreibt sie gerade nicht, verbringt Monica Murphy Zeit mit ihrer Familie, liest gerne oder ist aus Reisen.

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Weitere Meinungen zu »Never loved before« von Monica Murphy

folgt


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(*Anmerkung: Werbung –  Hinter dem verwendeten Buchcovern stecken Affiliate-Links des Amazon Partnerprogramms. Nach §6 TMG ist kommerzieller Inhalt zu kennzeichnen.) Vielen Dank an der Verlag für das Rezensionsexneplar. Cover: Heyne Verlag Merken

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