Rezension »The Belles 01 – Schönheit regiert« von Dhonielle Clayton

The Belles Schönheit regiert - Dhonielle Clayton

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»The Belles 01 – Schönheit regiert«
von Dhonielle Clayton

Planet! im Thienemann-Esslinger Verlag,
Feburar 2019
978-3-522-50583-3
512 Seiten
Preis: 12,99€ eBook | 19,00€ Hardcover

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Klappentext

Glitzernd, glanzvoll, grausam – willkommen in der Welt der Belles!

Die Welt von Orléans wird von Hässlichkeit bestimmt, und nur die Belles können den Menschen Schönheit verleihen. Camelia ist eine Belle – schön, begehrt, mit magischen Fähigkeiten. Am Königshof will sie allen zeigen, dass sie die Beste ist. Doch hinter den schillernden Palastmauern lauern dunkle Geheimnisse. Camelia erkennt, dass ihre Fähigkeiten viel stärker und gefährlicher sind, als sie es je für möglich gehalten hätte. Sie sind eine Waffe, die sich andere zunutze machen wollen. Daher muss sie sich entscheiden: Soll sie die Tradition der Belles bewahren oder ihr eigenes Leben riskieren, um ihre Welt für immer zu verändern? Das Schicksal der Belles und von Orléans liegt mit einem Mal in ihren Händen …
(Quelle: Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag)

Fazit

»The Belles – Schönheit regiert« von Dhonielle Clayton ist ein Jugendbuch mit Tücken. Im Nachwort wird deutlich, dass Dhonielle Clayton die Obsession unserer Gesellschaft mit Oberflächlichkeiten und Aussehen anprangern wollte. Geschafft hat sie das nicht – die Gelegenheiten, die sie dazu in ihrer Geschichte hatte, hat sie mehrfach verpasst.
Szenen, in denen sie den Schönheitswahn überspitzt und grausam darstellt, fehlt der Moment, um Leser*innen der Zielgruppe mit der richtigen Botschaft „Sei Du selbst und liebe Dich, denn Du bist liebenswert!“ aus der Geschichte zu entlassen.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Lässt man diesen Punkt außer Acht, ist »The Belles – Schönheit regiert« von Dhonielle Clayton ein wunderbares Buch für schöne Lesemomente – auch wenn ich anderes erwartet habe.
Dhonielle Clayton hat einen sehr bildhaften Schreibstil, mit dem sie sich gerne in Details verliert und ihre Welt zum Leben erweckt und die Leser*innen am Leben der Protagonistin Camelia teilhaben lässt.
Die Charaktere sind sehr, sehr unterschiedlich in ihrer Ausgestaltung: Camelia nimmt im Laufe der Geschichte langsam Farbe an, Dhonielle Clayton hat hier viel Potenzial verschenkt, sich aber auch viele Möglichkeiten für die Fortsetzung gelassen. Es war aber auch spannend, einen Charakter nicht direkt von Anfang an einschätzen zu können, sondern mit jeder Seite etwas mehr zu entdecken.
Ambrosia ist eine unauffällige Mitläuferin und Sophia ist sehr interessant. Düster und unsympathisch ist sie in »The Belles – Schönheit regiert« einer der Charaktere, die wirklich hervorstechen und auffallen – im Auftakt der Reihe ist sehr negativ besetzt und ich bin gespannt, wie es mit ihr in der Fortsetzung weitergeht.
Neben dem flüssigen Schreibstil, der mir gut gefallen hat, sind der Autorin die Gestaltung ihrer Welt und die Cliffhänger gut gelungen. Orléans und das ganze System um die Belles und den Menschen ist der Autorin gut gelungen, Details machen die Welt lebendig und authentisch.

Anders als erwartet

Spannend ist, dass ich etwas ganz anderes erwartet habe: eine Geschichte um Widerstand, Rebellion und Auflehnung. »The Belles – Schönheit regiert« ist aber ganz anders. Es geht mehr um den Wunsch nach schön sein und das schön sein selbst. Ein Blick auf die englische Fortsetzung »The Everlasting Rose« zeigt, dass sich das erwartete Aufbegehren vielleicht erst im zweiten Band zeigt. Ist man aber offen dafür, dass Bücher und Geschichten von den eigenen Erwartungen abweichen, kann Band eins der »The Belles«-Reihe begeistern.
Gut fand ich die LGBTQ Repräsentation – gut, nicht weil die Darstellung der Community so ist, wie sie sein sollte, sondern so, wie ich sie in unserer Gesellschaft wahrnehme. Vor allem eine Überschrift einer Zeitungsüberschrift stieß mir auf – ein Blick in unsere Medien zeigt aber leider, leider, dass Überschriften dieser Art auch bei uns genau so stehen könnte. Für mich ein schöner ungeschönter Spiegel unserer Gesellschaft.

»The Belles – Schönheit regiert« von Dhonielle Clayton hat mir gut gefallen und schöne Lesestunden bereitet – Intrigen, Geheimnissen und Spannung, damit kriegt man mich.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft, sie liebt Details und erweckt ihre Geschichte zum Leben. Bei den Charakteren hat die Autorin an einigen Stellen Potential verschenkt, an anderen Stellen hat sie mit ihren Figuren sehr gute Arbeit geleistet.
Für die Fortsetzung hoffe ich auf mehr von Camelia, Ambrosia und auch Sophia. Ich hoffe eine adäquatere Vermittlung der eigentlich gewollten Kernbotschaft. Und freue mich auf ein Wiedererleben des genialen Weltenbaus, weitere Intrigen und die Auflösung des einen oder anderen Geheimnisses.

Bewertung

4 Bücher

4 von 5

 

Autorin

Dhonielle Clayton wuchs in Washington, D.C. auf. Die meiste Zeit ihrer Jugend verbrachte die Autorin mit einem Stapel Bücher unter dem Tisch ihrer Großmutter.
Sie arbeitete als Lehrere und Bibliothekarin , bevor sie vom Lesen zum Schreiben wechselte. Heute ist sie Autorin, COO von We Need Diverse Books und Mitgründerin von Cake Literary.

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Vielen Dank an den Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag für das Rezensionsexemplar.
Cover: Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag
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Rezension: »Pheromon 01 – Sie riechen dich« von Rainer Wekwerth & Thariot

Pheromon sie können dich riechen»Pheromon – Sie riechen dich«
von Rainer Wekwerth & Thariot

Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH,
Januar 2018
ISBN-13: 978-3-5225-0553-6
416 Seiten
Preis: 12,99€ eBook / 17,00€ Taschenbuch

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Inhalt

2018
Gestern hat Jake das wichtigste Football-Spiel in dieser Saison vergeigt.  Mit seinen schlechten Augen hat er den Pass nicht gefangen, und damit kommen kommt seine Highschool Mannschaft nicht in die Finals.
Heute ist alles anders, plötzlich kann Jake nicht nur sehen wie ein Adler, sondern auch Gefühle riechen. Mit seiner neuen Fähigkeit bleib ihm nicht verborgen, dass sich immer mehr Schulkameraden verändern und alles scheint mit dem neuen Jugendzentrum des „Human Future Projects“ und der schönen Serena, die viel zu süß riecht, zusammen zu hängen.

Die Zukunft liegt in den Händen unserer Kinder.
aus: »Pheromon – sie riechen dich« von Rainer Wekwerth & Thariot

2118
Gleiter treiben durch die Städte, digitale Polizeimarken schützen vor Amtsmissbrauch und die meisten tödlichen Krankheiten wurden ausgerottet.
In dieser Welt lebt Travis, trockener Alkoholiker und pensionierter Medizintechniker. Er arbeitet ehrenamtlich als Arzt in einem New Yorker Zentrum für Obdachlose. Bei einem Überfall wird Travis auf ein schwangeres Mädchen aufmerksam, dem er unbedingt helfen möchte. Bei seiner Suche nach ihr drängt sich Travis etwas auf, das er bisher verdrängt hat: die Omnipräsenz des „Human Future Projects“.

Fazit

Auffälliger Buchschnitt, ein spannender Klappentext und Cover, das bei mir irgendwo zwischen cool und hässlich liegt, aber auf jeden Fall Aufmerksamkeit erregt – das ist »Pheromon – Sie riechen dich« von Rainer Wekwerth und Thariot.  Definitiv ein Hingucker, aber auch inhaltlich nicht weniger aufsehenerregend.

»Pheromon – Sie riechen dich« überzeugt mit eingängigen Charakteren, viel Spannung und grandiosen Plottwists. Rainer Wekwerth und Thariot haben hier einen heißen Kandidaten für das Lesehighlight 2018 geschaffen. Was auf das erste Lesen wir ein spannender Jugendroman daherkommt, hat mich auch Tage später noch nicht wieder losgelassen. Immer wieder musste ich über Kern- aber auch Randthemen von »Pheromon – Sie riechen dich« nachdenken. Mögliche Mutationen und damit einhergehende Fähigkeiten bei Menschen sind einfach ein interessantes Thema und lassen viel Platz für Gedanken.
Und ja, dazu muss ich stehen, meine kleine innere Hobby-Verschwörungstheoretikerin, hat mich immer wieder gefragt, wann es bei uns soweit sein wird, dass sich Organisationen Mutationen bei Menschen zunutze machen. Und ob wohltätige Organisationen wirklich so wohltätig sind, wie sie versuchen zu scheinen.

Aber nicht nur mit ihrer Thematik haben die Autoren mich überzeugt. Auch ihr handwerkliches Können war eine Freude beim Lesen.  Abwechselnd erzählen sie die unterschiedlichen Zeitstränge. Rätsel ergeben und lösen sich somit nur nach und nach, der Spannungslevel wird konstant hoch gehalten und ich wollte immer wissen wie es weiter geht. Die häufigen Plottwists machen die Geschichte unvorhersehbar, aber nicht chaotisch. Vielmehr regen sie den Leser an, immer neue Vermutung um den Fortgang der Geschichte zu stellen, nur um einige Seiten später doch eine andere Entwicklung zu vermuten.
Wirklich gut ist die späte Enthüllung des Gegners, ich lag mit meiner Vermutung bis dahin wirklich weit daneben.

Neben Thematik und Spannungslevel haben Rainer Wekwerth und Thariot mit ihrem Schreibstil und ihren Charakteren überzeugt. Obwohl die Zeitstränge getrennt -2018: Rainer Wekwerth, 2118: Thariot – geschrieben wurden, liest sich das Buch flüssig. Einfach aber elegant erwecken die Autoren ihre Geschichte zum Leben und füllen sie mit authentischen, lebendigen Charakteren.
Allen voran Jack und Travis, die beiden Protagonisten ihrer Zeitlinie.
Jack ist jung, sympathisch und ein Charakter mit offenem Blick. Für ihn beginnt das Abenteuer Leben gerade erst und er freut sich darauf. Für seine Freunde ist er immer da, aber er wendet sich auch nicht von Menschen ab, die er gar nicht kennt. Er ist nicht dieser perfekte Protagonist, dem die Mädchen hinterher laufen und dem alles gelingt, sondern vielmehr der Junge von nebenan, der gerne beim Tragen hilft, wenn die Waschmaschine der neuen Nachbarn in den 5. Stock muss.
Travis ist anders. Er ist 68, hat bereits einige falsche und eine sehr Schreckliche Entscheidung in seinem Leben getroffen, die ihn noch immer verfolgen und quälen. Um Sühne zu leisten arbeitet Travis ehrenamtlich in einem Center für Mittellose, diejenigen Menschen, die der Fortschritt und der Wohlstand seiner Zeit abgehängt haben. In seiner selbst auferlegten Läuterung hat sich Travis für die Außenwelt verschlossen. Erst die Begegnung mit einer schwangeren Teenagerin öffnet Travis Blick für seine Umwelt wieder.
Tavis und Jake sind zwei authentische Charaktere, die beim Lesen viel Spaß machen, von den Autoren detailliert ausgearbeitet sind und sich mit ihrer Geschichte entwickeln.

Kurz: »Pheromon – Sie riechen dich« von Rainer Wekwerth und Thariot ist ein Jugendbuch für jede Altersgruppe, das zum Nachdenken anregt. In einem spannenden Genre Mix aus Science Fiction, Urban Fantasy und Thriller mit einer fesselnden Grundidee thematisieren die Autoren authentisch ein schockierendes Szenario der Zukunft. Dabei sind sie so überzeugend, dass einen das -ungute- Gefühl beschleicht, beim Lesen einen Blick in die mögliche Zukunft geworfen zu haben. Es ist immer wieder faszinierend, was Menschen mit Worten bewirken können.

Ich bin gespannt, wie es im Herbst 2018 und Frühjahr 2019 mit der Geschichte weitergeht.

Bewertung

5 Bücher

5 von 5

 

AUTORen

Rainer Wekwerth Thariot

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Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.

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